Mit Blick auf eine Zeit nach dem Flüchtlingsstrom

Rotes Kreuz baut intelligente und wiederverwertbare Holzunterkünfte

Die Konstruktion der zwei- und dreigeschossigen Holzhäuser sieht Brettsperrholz für Innen- und Holzriegelelemente für Außenwände vor. © Österreichisches Rotes Kreuz
Die Konstruktion der zwei- und dreigeschossigen Holzhäuser sieht Brettsperrholz für Innen- und Holzriegelelemente für Außenwände vor. © Österreichisches Rotes Kreuz

30.09.2015 –  Das Rote Kreuz Salzburg hat im Auftrag des Landes Salzburg gemeinsam mit der Salzburger Architektin Melanie Karbasch und Meiberger Holzbau aus Lofer ein Konzept für die längerfristige Unterbringung von Asylwerbern entwickelt. In Holzhäusern finden die Asylwerber eine menschenwürdige Bleibe unter Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse. Die Integration wird durch gezielte Maßnahmen unterstützt. "Holzhäuser sind Teil der Salzburger Baukultur. Sie haben sich mehrfach durch gutes Raumklima und geringe Energiekosten bewährt. Dieses Wohnraumklima ist eine wichtige Grundlage, dass sich die Bewohner bei uns wohlfühlen", sagt Landesrettungskommandant Anton Holzer.

Holzbau-Unternehmer Walter Meiberger, Architektin Melanie Karbasch und Landesrettungskommandant Anton Holzer (v. li.); © Österreichisches Rotes Kreuz
Holzbau-Unternehmer Walter Meiberger, Architektin Melanie Karbasch und Landesrettungskommandant Anton Holzer (v. li.); © Österreichisches Rotes Kreuz

Integration steht im Vordergrund

Die Holzhäuser bestehen aus kleineren Wohneinheiten in denen sich Menschen grundsätzlich wohler fühlen. "Jedes Haus ist so geplant, dass sich die Bewohner selbst versorgen können. Zudem sind sie für ihre Unterkunft selbst verantwortlich", sagt Landesgeschäftsführerin Sabine Kornberger-Scheuch und ergänzt: "Wir erheben die Berufe und Ausbildungen der Asylwerbenden, so können wir sie entsprechend ihrer Qualifikation in den Holzhäusern einsetzen".

Die Holzhäuser im Überblick

Im Konzept wurden vier verschiedene Typen von Holzhäusern entwickelt: zwei dreigeschossige für 44 oder 32 Bewohner und zwei zweigeschossige für 28 oder 16 Bewohner. In den Typen mit weniger Wohneinheiten sind im Erdgeschoß ein Büro, ein Mitarbeiter-Aufenthaltsraum, ein Arztraum und ein Seminarraum vorhanden. Abhängig von der Größe des Grundstückes können zwei- oder dreigeschossige Objekte verwendet werden. Dies richtet sich auch nach dem bestehenden Ortsbild. Eine 24-Stunden-Betreuung durch das Rote Kreuz ist vorgesehen. Dafür sind aber mindestens 76 Bewohner erforderlich. Dies entspricht z.B. zwei dreigeschossigen Objekten. "Zur Ausführung kommen Holzriegelelemente in der Außenwand und Massivholzelemente für die Zwischenwände. Als Deckenelemente werden ebenfalls Holzriegelelemente verwendet. Die Fassade wird in sägerauer Fichte umgesetzt, Fensterläden in Holz bieten Sonnenschutz. Energetisch gesehen erreicht man mit den gewählten Bauteilaufbauten einen HWB von 54 kWh/m2a, das beispielsweise dem skandinavischen Wohnbaustandard entspricht", so Walter Meiberger vom gleichnamigen Holzbauunternehmen.

Erste Häuser in Seekirchen und Tamsweg – jederzeit rückbaubar und transportabel

Die ersten Häuser werden in Seekirchen und Tamsweg errichtet, wo jeweils zwei dreigeschossige Gebäude zur Ausführung kommen. "Die Holzhäuser können zerlegt und wieder aufgebaut werden. Dadurch ist eine Weiterverwendung – z.B. auch für Katastrophenfälle – möglich. Die Bauteile sind so konstruiert, dass sie auch in einen Container verladen und transportiert werden können", sagt die Architektin Melanie Karbasch.

Quelle: Holzbau Meiberger