Für mehr hölzernes Gehirnschmalz

Weiterbildungsprojekt zum Thema Holz- und Hybridbau im Waldviertel gestartet

Dr. Richard Woschitz referiert beim Lehrgang „Mehrgeschossiger Holzbau und Hybridbau“ über Statik im Holzhochhhaus. © ecoplus
Dr. Richard Woschitz referiert beim Lehrgang „Mehrgeschossiger Holzbau und Hybridbau“ über Statik im Holzhochhhaus. © ecoplus

07.12.2016 – Über zwei Jahre lang hat sich Baumeister Andreas Talkner für eine Holzbau-Fachschule in Heidenreichstein stark gemacht. Eine Machbarkeitsstudie vom Unternehmensberater Siegfried Wirth kam jedoch zu dem Ergebnis, stattdessen eine Weiterbildungsmöglichkeit für Fachkräfte anzubieten. Zielgruppe sind vor allem Techniker aus Holzbauunternehmen und anderen Gewerken. Dazu gibt es nun den vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und FFG geförderten Pilotlehrgang "Mehrgeschossiger Holzbau und Hybridbau", mit dem ein dauerhaftes Lehrangebot vorbereitet werden soll.

Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (vorne Mitte) und Vizebürgermeister Margit Weikartschläger (3.v.l.) mit den Teilnehmern des Lehrgangs und Gästen im Naturpark Heidenreichsteiner Moor am Eröffnungstag. © Holzbau-Weiterbildung-Heidenreichstein
Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (vorne Mitte) und Vizebürgermeister Margit Weikartschläger (3.v.l.) mit den Teilnehmern des Lehrgangs und Gästen im Naturpark Heidenreichsteiner Moor am Eröffnungstag. © Holzbau-Weiterbildung-Heidenreichstein

Laufende Evaluierung und Weiterentwicklung

Am 25. November startete nun dieser Pilotlehrgang mit prominenten Vortragenden wie Martin Aichholzer, Architekt und Dozent am Department Bauen und Gestalten der FH Wien, Richard Woschitz, Statiker für das HoHo, das höchste Holz-Hochhaus der Welt in der Seestadt Aspern und Universitätsprofessor Wolfgang Winter, Leiter der Abteilung "Tragwerksplanung und Ingenieurholzbau" der TU Wien. Das gesamte Projekt wurde in intensiver Vorarbeit regionaler Holzbauunternehmen gemeinsam mit dem ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich entwickelt. Eine laufende Evaluierung soll die Qualität des Lehrgangs hochhalten und Interesse über das Waldviertel hinaus wecken. Daneben wird die Weiterentwicklung im Holzbau dokumentiert und die Bedeutung der regionalen Holzbaubetriebe gestärkt. Bürgermeister Gerhard Kirchmaier betonte bei der offiziellen Begrüßung die zu erhoffende positive Auswirkung auf die Stadt Heidenreichstein. Daher unterstützt die Stadtgemeinde dieses Projekt und stellt auch Raum zur Verfügung. Nach dem Start im Naturpark-Zentrum soll der Lehrgang in den  Bildungscampus übersiedeln. Beim Umbau der Schule berücksichtigt man bereits die speziellen Erfordernisse. 

"Gehirnschmalz in die Vorbereitung"

Lehrgangsthemen werden auch die Umsetzung im Holzbaubetrieb, Brettsperrholz, Hybridbauweisen, Holzwerkstoffe, Verbindungsmittel, Brandschutz, Bauphysik, Kosten und Kalkulation sowie die Handhabung auf der Baustelle sein. Wesentliche Aufgabe für die Teilnehmenden ist die Planung und Berechnung von mehrgeschossigen Holzgebäuden in Kleingruppen. Diese Praxisarbeiten sollen dann am Abschlusstag (29. April 2017) öffentlich präsentiert werden.

Ein zentrales Thema bei jeglicher Bautätigkeit ist die Planung, wie Woschitz plakativ feststellte: "Wir müssen künftig mehr Gehirnschmalz in die Vorbereitung investieren. Ein optimierter Bauprozess funktioniert nur mit integraler Planung. Fehlt dieses frühzeitige, ganzheitliche Kalkül, kann das ein gewichtiger Kostentreiber werden." Das hat auch eine Expertenbefragung mit dem Titel "Zukunft Bauen" aufgezeigt.

_bg