So sieht Zukunft aus

Von der Realität direkt in die Matrix

06.03.2017 – Man stelle sich eine Wiese vor. Der Generalunternehmer, in diesem Falle ein Holzbaubetrieb, kommt und vermisst den Baugrund digital. Bereits vor Ort entsteht der erste Grundstücksplan. Sobald der Hausentwurf steht, setzt sich der Kunde die Virtual Reality-Brille auf und betritt das erste Mal sein eigenes Heim. Direkt vom CAD-Programm werden danach Bestelllisten generiert und Bauteile erhalten gleich die Zuordnung zur jeweiligen Abbundmaschine. So sieht die Zukunft des Holzbaus aus – in Neckarbischofsheim hat sie uns eingeholt.

Sich mit der Virtual Reality-Brille im zukünftigen Haus umsehen – für Kunden eines Holzbauunternehmens in Baden Württemberg ist das möglich. © MR, pixabay / CC
Sich mit der Virtual Reality-Brille im zukünftigen Haus umsehen – für Kunden eines Holzbauunternehmens in Baden Württemberg ist das möglich. © MR, pixabay / CC

Um unternehmerisch erfolgreich zu sein, ist es nötig, am Puls der Zeit zu bleiben, technische Neuerungen mitzumachen und nicht zuletzt Innovationen zu leben. Nicht umsonst nennt Hundegger sein jährliches Netzwerktreffen „Innovationstag“. Diesmal fand dieser allerdings nicht, wie gewohnt, am Stammsitz in Hawangen statt. Abgehalten wurde die Veranstaltung am Betriebsgelände von Hauck Hausbau in Neckarbischofsheim. Der Holzbauer stellte seine Berechtigung als außerbetriebliche Plattform eindrücklich unter Beweis. Mehr als 100 Führungskräfte und Entscheider aus der Holzverarbeitung folgten der Einladung.

Für den wissenschaftlichen Einstieg in die Veranstaltung sorgte Thomas Rohner, Professor für Holzbau und BIM sowie Leiter des Fachbereichs Holz an der Berner Fachhochschule. Für Rohner steht fest: „BIM darf nicht nur ein Schlagwort bleiben. Wir alle stehen in der Verantwortung, Building Information Modeling mithilfe modernster Software zu einer optimierten Ausführung und Bewirtschaftung zusammenzuführen“, lautete sein Appell. Nach dem Vortrag erfolgte der Schwenk in die Praxis: in die Produktionshallen.

Pionier der Holzbaubranche

Hauck gilt in der engen Verzahnung modernster CAD-Software (Cadwork) mit einem topmodernen Maschinenpark plus handwerklichen Know-hows als Pionier der deutschen Holzbaubranche. In der Planung sorgt Cadwork, Basel, für die vollautomatische Verarbeitung der eingegebenen Daten. Die Grundlage dafür bietet die Vermessungssoftware von Faro, Dresden. Im CAD-Programm kann dann schon vorab definiert werden, welches Bauteil nachfolgend mit welcher Maschine bearbeitet wird. In der Produktionshalle stehen eine Abbundmaschine K3i, eine Robot-Drive und eine Plattenbearbeitungsmaschine von Hundegger bereit. Über die in Kleingruppen aufgeteilten Innovationstage-Teilnehmer fegte die neueste Anschaffung – ein Vakuumsortierroboter von Balz. Die Fertigungsstraße schließt eine Einblasdämmung von Isocell ab.

Hauck Hausbau elementiert seine Projekte mit Cadwork automatisch – die Software verfügt über eine Anbindung zu den Abbundanlagen. © Cadwork
Hauck Hausbau elementiert seine Projekte mit Cadwork automatisch – die Software verfügt über eine Anbindung zu den Abbundanlagen. © Cadwork

Europaweit kein zweites Mal

Neben allen diesen technischen Finessen begeisterte darüber hinaus die Virtual Reality-3D-Brille, mit der Hauck-Kunden schon durch ihr neues Haus spazieren können, lange bevor es gebaut wurde. Verblüffend nah an der Wirklichkeit können zukünftige Hausbesitzer so Planungsfeinheiten verändern. Die Teilnehmer des Innovationstages waren restlos begeistert: „Heute habe ich zum ersten Mal erkannt, welche Möglichkeiten Holzbau 4.0 für unsere Arbeit wirklich bedeutet“, meinte ein Teilnehmer beeindruckt. „Wie hier gearbeitet wird, das gibt es europaweit kein zweites Mal“, ein anderer. Der Qualitätsstandard bei Hauck Hausbau gilt tatsächlich in der gesamten Branche als beispielgebend. Der Tag schließt mit informationsgesättigten, zufriedenen und motivierten Teilnehmergesichtern. Damit ist der Zweck der Veranstaltung vollends erfüllt.

_kl