Gold für Laubholz

Stararchitekt Sir Norman Foster renoviert Eispavillon in St. Moritz

08.03.2017 – Die 44. Alpine Ski-WM 2017 in St. Moritz ist Geschichte und brachte für Österreich und das Team rund um Superracer Marcel Hirscher einen Riesenerfolg: Mit insgesamt neun Medaillen, darunter drei Goldene, ist uns der erste Platz im internationalen Vergleich sicher.

Die Ski-WM in St. Moritz ist Geschichte. Was bleibt, sind die großen Erfolge des österreichischen Teams und diese auffallend schöne Tribüne von Stararchitekt Norman Foster. © Nigel Young / Foster + Partner
Die Ski-WM in St. Moritz ist Geschichte. Was bleibt, sind die großen Erfolge des österreichischen Teams und diese auffallend schöne Tribüne von Stararchitekt Norman Foster. © Nigel Young / Foster + Partner

Hat man bei der Eröffnung und den abendlichen Medaillenzeremonien im Park des historischen Kulm Hotel ein wenig hinter die Kulissen geblickt, ist allen Holzbauaffinen mit Sicherheit der neu renovierte Eispavillon ins Auge gestochen. Einheimisches Holz vom Feinsten spielte beim Umbau und bei der Erweiterung des sanierungsbedürftigen Gebäudes eine tragende Rolle. Geplant wurde das 10 Mio. € schwere Projekt von Sir Norman Foster. Der britische Stararchitekt lebt selbst seit einigen Jahren in St. Moritz und freute sich deshalb besonders über den Auftrag: „Die große Herausforderung bestand darin, dem alten Pavillon mit Rücksicht auf die historische Bausubstanz neues Leben einzuhauchen. Dem Original entsprechend, wurde innen wie außen mit viel Holz gearbeitet. Ich bin sehr stolz darauf, was wir in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Holzbauunternehmen erreicht haben. Das Ergebnis ist sehr harmonisch“, so der Architekt.

© Nigel Young / Foster + Partner
© Nigel Young / Foster + Partner

Lasten von bis zu 190 t

Besonders markante Bereiche des neuen Country Club, wie der alte Eispavillon nach dem Umbau heißt, sind die zwei überdachten Tribünen. Vor allem die große Tribüne für 200 Zuschauer mit dem weit auskragenden Dach fällt auf. Hierfür hat Foster die Holzbauprofis von Blumer-Lehmann, Gossau, ins Boot geholt. Gemeinsam mit der „Neue Holzbau AG“, Lungern, konnten wichtige Bauteile, wie die 14 Kragträger aus Laubholz, entwickelt und produziert werden. „Die 14 Träger des großen Tribünendaches mit einer Fläche von rund 350 m2 müssen in der Lage sein, eine Last inklusive Dach und Schnee von bis zu 190 t zu tragen“, erklärt Neue Holzbau-Geschäftsführer Bruno Abplanalp gegenüber der Obwaldner Zeitung. Über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Herstellung von Brettschichtholz aus Laubholz hätten gezeigt, dass sich Holzarten, wie Esche, Buche oder Eiche, für den Einsatz im konstruktiven Holzbau optimal eignen und dabei Festigkeitswerte besitzen, „die weit über denjenigen der heute am häufigsten eingesetzten Konstruktionshölzer aus Nadelholz liegen“, ergänzt Abplanalp ebendort.

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