Newsletter für Handwerksbetriebe – Do it yourself!

Schritt für Schritt zum professionellen E-Mail-Marketing

11.05.2017 – Eine Nachricht direkt und persönlich adressiert ins E-Mail-Postfach der eigenen Kunden zu schicken, kann langfristig stabile Kundenbeziehungen aufbauen und Verkaufserfolge fördern. Mit der passenden Strategie, einem gut ausgewählten Tool und ein paar Tipps zu rechtlichen Stolpersteinen baut man Schritt für Schritt eine digitale Informations- und Marketingschiene auf. 

Mit dem richtigen Tool, wie beispielsweise Mailchimp, erstellt man top gestaltete Firmennewsletter in Minutenschnelle. © Mailchimp, MR
Mit dem richtigen Tool, wie beispielsweise Mailchimp, erstellt man top gestaltete Firmennewsletter in Minutenschnelle. © Mailchimp, MR

Die Beziehung beginnt vor dem ersten Kontakt

Es ist nicht schwer, herauszufinden, über welche Wege Kunden zu einem Angebot finden. Ebenso nicht, die geeigneten Plätze zu bestimmen, an denen sich Personen für einen Newsletter registrieren könnten. Dort sollte dafür gesorgt sein, dass jeder neue Kontakt ein interessantes Informationsangebot bekommt. Für Veranstaltungen eignen sich zum Beispiel Listen zum Eintragen oder ein Tablet mit Registrierungsformular. Neue Kunden die schon direkt auf einer Website landen, können mit einem Pop-Up-Hinweis auf die Vorteile eines Newsletters aufmerksam gemacht werden. An der Kasse, beim Check-Out oder einem anderen persönlichen Kontakt gibt es ebenfalls gute Möglichkeiten, auf ein Informationsangebot hinzuweisen.

Der eindeutige Mehrwert steht im Vordergrund

Kunden kaufen nicht automatisch mehr oder öfter, nur weil sie einen Newsletter erhalten haben. Durch die regelmäßige Kommunikation bekommen sie Einblick in einen Betrieb, die Arbeitsweise und die Werte des Unternehmens, und nehmen aus dem Informationsangebot einen Mehrwert mit. Langfristig wird dadurch das Vertrauen aufgebaut, das die Menschen zu Kaufabschluss, Bestellung oder Buchung bewegt. Bei jedem Beitrag sollte daher die Frage gestellt werden, welchen konkreten Nutzen der Empfänger davon hat. Wobei hilft es den Kunden? Welcher Vorteil entsteht daraus? Welche Probleme werden dadurch für die Abonnenten gelöst? Wie wird damit ihr Leben einfacher, besser, schöner? 

Einstiegshürde und Chance: die Betreffzeile

Der Text in der E-Mail-Betreffzeile entscheidet, ob ein Newsletter geöffnet und gelesen, oder, im schlechtesten Fall, gleich gelöscht wird. In dieser Zeile sollte daher der größte und interessanteste Mehrwert stehen, den der Kunde im Newsletter findet. Viele Firmen schenken dieser wichtigen Zeile zu wenig Aufmerksamkeit, Betreffzeilen wie „Newsletter Nr. 7/2017“ sind nicht nur nichtssagend, sondern vergebene Chancen.

Die passende Newsletter-Software auswählen

Es gibt eine Vielzahl an Anbietern, die Betrieben die perfekt zugeschnittene Lösung für die Erstellung und den Versand von Newslettern versprechen. In Funktionsumfang und Kosten unterscheiden sich die Programme teilweise erheblich. Um genau einschätzen zu können, wie die beste Lösung für einen Bedarf aussieht, empfiehlt sich, das Vorhaben konkret zu planen. 

Folgende Fragen helfen bei der Einschätzung: 

  • Wie groß ist die Empfänger-Liste zurzeit und wie viele Empfänger werden im nächsten Jahr vermutlich dazukommen? Wenn noch keine E-Mailadressen vorhanden sind, kann die Anzahl der Kunden pro Jahr als Richtwert für einen Startpunkt genommen werden.
  • Wie oft soll der Newsletter verschickt werden?
  • Welche Inhalte soll der Newsletter enthalten? Reichen Text und Bild oder werden auch Videos oder besondere Dateiformate benötigt?
  • Gibt es einen Mitarbeiter mit Grafik-Kenntnissen oder einen Dienstleister der sich darum kümmert? Oder werden Vorlagen und fertige Newsletter-Entwürfe verwendet?
  • Wird jeder Newsletter per Hand erstellt und verschickt oder sollen, z.B. in Verbindung mit einem Onlineshop, bestimmte E-Mails automatisiert versendet werden? 

Die meisten Tools bieten vor der Registrierung eine gute Übersicht über die verfügbaren Funktionen. Anhand dieser Fragen kann gut abgeschätzt werden, ob alle benötigten Funktionen abgedeckt sind. Es gibt eigenständige Newsletter-Tools, Marketing-Komplettlösungen oder auch einfache Erweiterungen für verschiedene Website-Contentmanagement-Systeme.

Die folgenden Tools sind Beispiele für diese drei Bereiche:

  • Mailchimp ist ein sehr beliebtes, systemunabhängiges Tool, das gut eigenständig oder als einfache Ergänzung zu einer Website einsetzbar ist. Mit der Basisversion können monatlich bis zu 12.000 E-Mails an bis zu 2000 Empfänger gesendet werden. Das Programm hat eine einfache Benutzeroberfläche und verfügt über sehr gute Anleitungen und Hilfestellungen. Mit professionellem Listenmanagement, vorgefertigten Registrierungsformularen und einem flexiblen Editor für Erstellung und Versand bietet Mailchimp einen sehr guten Funktionsumfang.
  • Inxmail ist als professionelle Newsletter- und Marketingsoftware schon mehrere Stufen über einfachen Newsletter-Programmen. Neben klassischen Newsletter-Funktionen bietet die Software auch Lösungen für automatisierte und regelbasierte Kampagnen, umfassende Analyse-Möglichkeiten und breite Schnittstellen für CRM-Systeme, Shops, Werbe-Kampagnenmanagement oder individuelle Integrationen.
  • E-Mail-Erweiterungen für CMS: Viele Website-Content-Management-Systeme bieten E-Mail-Erweiterungen (sogenannte Plugins) an, mit denen die Newsletter-Funktion in die Verwaltung der Website integriert werden kann. Open Source-Systeme wie WordPress bieten zum Teil kostenlos, oder gegen kleine, einmalige Beiträge, ganz ordentliche E-Mail-Newsletter-Tools an. 

Auf der sicheren Seite

Die rechtliche Komponente der direkten Kommunikation an Kunden sollte nicht unterschätzt werden. Es gibt klare Vorschriften, was in der Kommunikation und Werbung erlaubt ist und welche Informationspflichten erfüllt werden müssen. In Österreich sind diese Vorschriften im Mediengesetz, Telekommunikationsgesetz, E-Commerce-Gesetz sowie in der Gewerbeordnung und im Unternehmensgesetzbuch festgeschrieben:

  • Man braucht das Einverständnis der Kunden, damit man regelmäßig E-Mails schicken darf. In Österreich gelten E-Mails mit mehr als 50 Empfängern als Massenmails, dafür ist das Einverständnis des Empfängers notwendig. Für E-Mails, die direkte Werbung enthalten, gilt dasselbe.
  • Nach dem Telekommunikationsgesetz muss die vorab eingeholte Zustimmung des Kunden jederzeit wiederrufbar sein. Das bedeutet, dass jeder Newsletter einen Link zur Abmeldung von der Verteilerliste enthalten muss.
  • Ein Newsletter ist rechtlich gesehen ein periodisch erscheinendes Medium und muss daher ein Impressum enthalten. Eine Verlinkung auf ein Impressum auf einer Website ist nicht ausreichend. Der Name (oder Firmenname) des Medieninhabers sowie die komplette Postadresse des Inhabers bzw. der Firma müssen angeführt werden.
  • Laut E-Commerce-Gesetz muss beim Versand auch die „ECG-Liste“ berücksichtigen. Diese „Blacklist“ enthält E-Mailadressen, an die keine Mails gesendet werden dürfen und wird in Österreich von der RTR geführt.
Mit solchen Online-Editoren gelingt professionelles Newsletter-Marketing auch ohne Webdesign- oder Programmierkenntnisse. © Mailchimp
Mit solchen Online-Editoren gelingt professionelles Newsletter-Marketing auch ohne Webdesign- oder Programmierkenntnisse. © Mailchimp

Der Newsletter läuft – wie geht es weiter?

Sobald das System steht und regelmäßig ein Newsletter versendet wird, beginnt die eigentliche Arbeit: Auswertung der Zugriffszahlen und Verbesserung der Inhalte. Im Versandtool ist ersichtlich, wie viele Empfänger den Newsletter geöffnet haben und welche Inhalte wie oft angeklickt wurden. Damit können beliebte von uninteressanten Inhalten getrennt und die Themen mit der Zeit besser an die Vorlieben der Empfänger angepasst werden. Durch Experimentieren mit verschiedenen Formulierungen, entwickelt man mit der Zeit ein gutes Gespür dafür, was Erfolg und Klicks bringt.

© pixabay
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Einsteiger-Workshop: In 4 Stunden zum professionellen Newsletter

An einem einzigen Vormittag kann nun jeder die kostenlosen bzw. sehr günstigen Tools für Newsletter-Gestaltung und -Versand kennenlernen. Teilnehmer erfahren, wie sie von ihren Kundendaten zu einem Newsletter-Verteiler kommen, ihre Kontakte ausbauen können und auf welche rechtlichen Vorgaben sie achten müssen. Der Workshop gibt viele Tipps zum inhaltlichen Aufbau und zeigt, wie sich ein Newsletter im eigenen Betrieb verknüpfen lässt.

Der Workshop wird von Profis der niederösterreichischen Marken- und Kommunikationsagentur gugler* brand & digital abgehalten und richtet sich an Selbständige, Gründer, Familienbetriebe, Direktvermarkter und an alle, die an Weiterbildung bezüglich Marketing- und Vetrieb in kleinen Betrieben interessiert sind.

Geboten werden eine Schritt für Schritt Anleitung, Beispiele, ausführliche Kursunterlagen und ein Zertifikat zur Bestätigung der Teilnahme. Die nächsten Termine sind am 23. Juni 2017 in Krems und am 30. Juni 2017 in Zwettl.

Weitere Details sowie ein Formular zur Anmeldung finden sich hier.

_andrea buhl