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Hölzerne Sauna als Kunstinstallation made in Schweden

13.11.2017 – Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens. Ihre Einwohner leben vom Bergbau. Der Erzminenbetreiber Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB) ist der größte Arbeitgeber in der Region. Ohne diesen wäre die Stadt wohl nie entstanden. Mehr als 27 Mio. to Eisenerz liefert die Mine pro Jahr – Tendenz steigend. Da die Eisenerzmine über die Jahrzehnte immer weiter anwuchs sind mittlerweile sogar die Ränder der Stadt untergraben. Dadurch hat sich der Boden abgesenkt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Gebäude einstürzen. Schon seit Jahren ist das in Kiruna Thema, weil die gesamte Stadt zu versinken droht.

Die Kunstinstallation wurde von der arktischen Umgebung Kirunas mit ihren beeindruckenden Lichtverhältnissen inspiriert. © Jean-Baptiste Béranger
Die Kunstinstallation wurde von der arktischen Umgebung Kirunas mit ihren beeindruckenden Lichtverhältnissen inspiriert. © Jean-Baptiste Béranger

Ein Umzug soll nun die Lösung für Kirunas Problem sein: Fünf Kilometer weiter nach Osten soll die Stadt ausweichen. Etwa 3000 Gebäude müssen dafür abgerissen und neugebaut werden. Kulturell wichtige Bauwerke, wie die Kirche, sollen jedoch ab- und am neuen Standort wieder aufgebaut werden. Der Umzug erfolgt in mehreren Phasen, 2040 soll das Mammut-Projekt abgeschlossen sein. Diesem gigantischen Transformationsprozess für Stadt und Mensch hat man nun die Kunstinstallation 

„Solar-Egg“ gewidmet. Dabei handelt es sich um eine öffentliche Sauna in Eiform, die vom renommierten Designerduo Mats Bigert und Lars Bergström geschaffen wurde. Inspiriert von der arktischen Umgebung mit ihren beeindruckenden Lichtverhältnissen spiegelt die Eiform die Wiedergeburt Kirunas sowie die damit verbundenen Chancen für die Stadt wieder.

Bis zu acht Personen finden im Inneren des Eis Platz. Beheizt wird die Sauna mit einem herzförmigen Holzbrenner. © Jean-Baptiste Béranger
Bis zu acht Personen finden im Inneren des Eis Platz. Beheizt wird die Sauna mit einem herzförmigen Holzbrenner. © Jean-Baptiste Béranger

Design für den Klimaschutz

Bigert und Bergström sind fasziniert von den Beziehungen zwischen Mensch, Klima, Natur, Energie und Technologie. Aufsehen erregten sie bereits 1998, als sie für ihre Klimakammer, die eigens für die Weltausstellung in Portugal entworfen wurde, einen internationalen Preis bekamen.

© Jean-Baptiste Béranger
© Jean-Baptiste Béranger
© Jean-Baptiste Béranger
© Jean-Baptiste Béranger

Es lebe die Saunatradition

Die Sauna ist fünf Meter hoch und vier Meter breit. Ihre Schale aus vergoldetem Edelstahl reflektiert die umliegende Landschaft. Das hölzerne Innenleben wird mit einem herzförmigen Holzbrenner geheizt. Bis zu acht Personen finden darin zum Schwitzen und Kommunizieren Platz. Bestehend aus 69 separaten Einzelteilen kann die Installation leicht abgebaut und anderswo wieder aufgebaut werden. Aktuell übersiedelt das Solarei nach Paris. Ab dem 25. November wird es dort drei Wochen lang schwedische Kunst und Saunatradition im Zuge einer temporären Ausstellung im Swedish Institute repräsentieren. 

Das Solar Egg wurde erst kürzlich mit einem Red Dot und German Design Award ausgezeichnet. Zudem ist es bei den London International Awards und dem Swedish Design Prize nominiert.

_bg