Holzbau setzt sich doch durch

Erstes KAGES-Holzkrankenhaus wurde ursprünglich konventionell geplant

02.02.2018 – Erstmals setzt die KAGES (Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft) im patientennahen Bereich auf einen Holzbau. Auf dem Gelände des LKH Graz beherbergt der hölzerne Pavillon für die nächsten 15 Jahre auf knapp 1500 m2 unterschiedliche Stationen, während der Hauptbau generalsaniert wird.

Mit diesem Krankenhaushau hat die KAGES einen Pionierbau errichtet, der eine gesundheitsfördernde Raumumgebung für die Patienten schafft. © Paul Ott
Mit diesem Krankenhaushau hat die KAGES einen Pionierbau errichtet, der eine gesundheitsfördernde Raumumgebung für die Patienten schafft. © Paul Ott

Es war Architekt Simon Speigner (sps-architekten), der den ursprünglich in konventioneller Bauweise geplanten Bau in eine Holz-Modulbauweise umwandelte. Für ihn ist klar: „Als Material steht es dem Menschen einfach näher.“ Eine besondere Planungsherausforderung war es, die unterschiedlichsten Bedürfnisse der einzelnen Stationen zu berücksichtigen.

Holz für schnellere Gesundung

Im Innenraum ist der Baustoff ebenfalls präsent: Holzwände und –böden kamen großflächig zum Einsatz. „Aus zahlreichen Studien ist schließlich bekannt, dass Holz die Pulsfrequenz reduziert und für mehr Entspannung bei den Nutzern sorgt. Ein wichtiger Aspekt, der auch die Gesundung der psychisch erkrankten Klienten unterstützen soll“, hört man vonseiten proHolz Steiermark. „Mit dem Holz-Pavillon als Ausweichstation wurde ein überzeugendes und innovatives Konzept umgesetzt; Holz erlebt schließlich ein bautechnisches Revival“, betonte Landesrat Christopher Drexler bei der Eröffnung.

„proHolz hat bei uns quasi offene Türen eingerannt“, erklärt Ernst Fartek, KAGES-Vorstand für Finanzen und Technik. „Kommt man herein, riecht es nicht nach Krankenhaus, sondern wunderbar nach Holz.“

Patientenwohl und jenes der Mitarbeiter waren die vorrangigen Ziele – auch Gründe, die schließlich für die Ausführung in Holz sprachen. © Paul Ott
Patientenwohl und jenes der Mitarbeiter waren die vorrangigen Ziele – auch Gründe, die schließlich für die Ausführung in Holz sprachen. © Paul Ott

Besondere Auflagen erfüllt

Mit sechs Monaten erzielte man eine kurze Bauzeit. Der hohe Vorfertigungsgrad der Holzmodule hatte außerdem den zusätzlichen Effekt, dass der umgebende Krankenhausbetrieb kaum durch Lärm oder Staub beeinträchtigt war. Betriebsdirektor Bernhard Haas zum Bau: „Im medizinischen Umfeld haben wir natürlich besondere Auflagen, was Hygiene und Brandschutz betrifft. Aber wir hatten Lust auf die Herausforderung. Das Projekt kann auf jeden Fall wegweisend sein.“

„Das Bauwerk ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie vielfältig Holz zum Einsatz kommen kann", freut sich Franz Titschenbacher, Vorstand von proHolz Steiermark. „Das könnte beispielgebend für den öffentlichen Bereich und speziell den medizinischen sein.“

_kl / Quelle: proHolz Steiermark