Holzbalkendecken akustisch besser

Forscher des Fraunhofer Instituts geben Brettsperrholz die schlechteren Karten

16.04.2018 – Berechnungstools für das Schall- und Schwingungsverhalten von Bauteilen, wie sie es für Beton- und Stahlkonstruktionen gibt, sind im Holzbau noch spärlich gesät. Zudem sind die Massen von Holzbauteilen geringer als im mineralischen Bau, was höhere Trittschallpegel und Schwingungsamplituden zur Folge haben kann. Daraus ergibt sich vor allem im mehrgeschossigen Wohnungsbau ein Markthemmnis für den Baustoff Holz.

Labormäßiger Holzdeckenaufbau ohne sichtbare Holzbalkenkonstruktion; © Fraunhofer IBP
Labormäßiger Holzdeckenaufbau ohne sichtbare Holzbalkenkonstruktion; © Fraunhofer IBP

Forscher des Fraunhofer Institutes für Bauphysik (IBP) und 13 weitere Partner arbeiten deshalb im Projekt Silent Timber Build daran, diesen Missstand zu beseitigen. Sie entwickelten Berechnungsmodelle und gruppierten verschiedene europäische Deckenkonstruktionen bezüglich ihrer akustischen Eigenschaften. In weiterer Folge wurde die Online-Datenbank www.lignumdata.ch um die Werte zum Trittschallschutz von Holzdeckenkonstruktionen erweitert.

Als Ergebnis stellt man dabei umfangreiche Messdaten von sechs in Deutschland üblichen und optimierten Deckenkonstruktionen bereit. Auf dieser Basis konnte auch ein Tool erstellt werden, mit dem sich Trittschallwerte über das Internet anhören lassen.

Die Daten zeigen einen klaren Favoriten

Laut den Forschern vom IBP deutet nach Auswertung der Daten alles darauf hin, dass es aus akustischer Sicht deutlich effizienter sei, Holzbalkenkonstruktionen anstelle von Vollholzkonstruktionen (also Brettsperrholz) zu verwenden. Die Decken können so nicht nur leichter sein, sondern haben noch dazu bessere akustische Eigenschaften. 

_mr / Quelle: FNR