Neue „Brandwand“ für den Holzbau

90 Minuten trotz brennbarem Baustoff

30.04.2018 – Mit einem neuen Systemaufbau stellt ein Trockenbauhersteller laut eigenen Angaben erstmals eine „Brandwand“ für den Holzbau vor. Ein zugehöriges „Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis“ von der Materialprüfanstalt Braunschweig bescheinigt dem System eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten.

Verpackt in Gipskartonplatten soll diese Holzrahmenwand einem Feuer ganze 90 Minuten standhalten. © RIGIPS
Verpackt in Gipskartonplatten soll diese Holzrahmenwand einem Feuer ganze 90 Minuten standhalten. © RIGIPS


Auch wenn der Begriff „Brandwand“ formal nicht ganz zutreffend ist – nach DIN 4102-3 bestehen Brandwände ausschließlich aus nichtbrennbaren Baustoffen –, so beschreibt er dennoch die Qualitäten des neuen Wandsystems. Die geprüfte Holzständerkonstruktion wurde mit zwei Lagen Feuerschutzplatten (2 x 18 mm) von RIGIPS auf einer 18 mm Holzwerkstoffplatte beplankt.

Mit dem Prüfbericht liegen auch geprüfte Schalldämmwerte für das System vor: Bereits die Basiskonstruktion weist mit Rw = 48 dB einen guten Schallschutzwert für eine stabile Holzständerwand auf. Durch eine versetzte Anordnung der Ständer in Kombination mit getrennten Schwellen und Randhölzern kann eine weitere Verbesserung um 19 dB auf 67 dB erreicht werden. So entstehen mit geringfügigen Änderungen der Standardkonstruktion Holzbauwände mit Schallschutzeigenschaften auf dem hohen Niveau von Gebäudetrennwänden.

_mr / Quelle: RIGIPS