Die Baubranche auf der Suche nach dem digitalen Zwilling

Neue, disruptive EDV-Lösungen sollen Bauprozesse schneller, überschaubarer und kollektiv steuerbar machen

07.04.2017 – Unter dem Motto „Digitize today’s building industry“ werden im Rahmen der Initiative Digital Building Solutions (DBS) Start-Ups aus den DACH- und CEE-Ländern dazu aufgerufen, digitale und disruptive Soft- und/oder Hardwarelösungen sowie Services für die Planung, die Errichtung, den Betrieb und die Finanzierung von Bauwerken einzureichen.

© pixabay / CC
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Gefragt sind komplett neue Ideen, aber auch transformierbare Lösungen aus anderen Industrien. „Für Start-Ups – auch aus komplett anderen Wirtschaftszweigen – ist DBS eine einzigartige Möglichkeit, in eine Branche vorzustoßen, die bisher sehr traditionell unterwegs war“, ruft Daniel Cronin, Start-Up-Experte und als solcher Unterstützer von DBS, zur Teilnahme auf. Die Initiative wird vom Verein IG Lebenszyklus Bau in Kooperation mit zehn führenden Top-Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft in Österreich durchgeführt.

Ein Bauwerk aus Nullen und Einsen

Im Mittelpunkt steht ein digitales Abbild des realen Bauwerks, der digitale Zwilling, der zu jedem Zeitpunkt für alle Beteiligten von der Planung über die Errichtung bis zum Betrieb verfügbar ist. Der digitale Zwilling revolutioniert die Bau- und Immobilienbranche durch eine komplette strukturelle, organisatorische und kulturelle Neuorientierung. „Die eingereichten Ideen sollen dazu beitragen, die bisher getrennt voneinander agierenden Bereiche Planung, Errichtung, Betrieb sowie Finanzierung und Verwertung vor dem Hintergrund des digitalen Zwillings mit 'added value' zu verbinden“, sagt dazu Karl Friedl, Sprecher der IG Lebenszyklus Bau. 

Der „added value“ liegt in der Planung beispielsweise in genaueren und schneller aufeinander abgestimmten Prozessen. In der Errichtung wird etwa die Baustellenlogistik steuerbarer, aber auch die Abrechnung wird planbarer und überschaubarer; für die Finanzierung wird die Bewertung von Objekten genauer und im Betrieb wird eine vorausschauende Wartung auf Basis einer besseren Datenlage möglich.

_mr / Quelle: IG Lebenszyklus Bau