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Umfassende Gebäudesanierung und Erweiterung im Justizgebäude Salzburg

25.09.2017 – Das Salzburger Justizgebäude für Landesgericht und Staatsanwaltschaft wird aktuell im Auftrag der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umfassend saniert und erweitert. Um statischen und brandschutztechnischen Anforderungen zu entsprechen, wurden dabei auch Trockenestrich-Elemente von Fermacell eingesetzt.

Das Salzburger Justizgebäude wird derzeit einer Generalsanierung unterzogen; © Andreas Kolarik
Das Salzburger Justizgebäude wird derzeit einer Generalsanierung unterzogen; © Andreas Kolarik

Am Südrand der Salzburger Altstadt wird derzeit das ringförmige Justizgebäude für Landesgericht und Staatsanwaltschaft saniert und um einen rund 7000 m2-großen, y-förmigen Neubau im Innenhof erweitert. Dieser verbindet die Gebäudetrakte am Rudolfsplatz sowie entlang der Schanzlgasse miteinander und wird künftig den Eingang samt Sicherheitsschleuse, das Justiz-Servicecenter und die zeitgemäßen Verhandlungssäle beherbergen. „Bei dem Neubau handelt es sich um einen statisch komplexen Stahlbetonbau mit Nurglasfassade und damit um einen eigenständigen Akzent zum historischen Bestandsgebäude“, erläutert Architektin Ursula Gau vom Wiener Architektenbüro Franz&Sue, das für die Pläne des aufwändigen Bauprojekts verantwortlich zeichnet.

So sorgt ein Atrium mit Glasdach für viel Tageslicht und bessere Orientierung sowie ein Dachterrassencafé für Mitarbeiter und Besucher für spektakuläre Ausblicke auf die Festung Hohensalzburg und die Altstadt. Großzügig angelegte Fensterflächen und raumhohe Holzverkleidungen verleihen den Gerichtsräumen einen menschlichen Raumeindruck. Und der großzügige, neue Innenhof wird erstmals seit 100 Jahren für die Bewohner Salzburgs zugänglich. „Die transparente und offene Gestaltung entspricht den Vorstellungen von Gerichtsbarkeit in einer Demokratie“, betont Gau. „Es soll ein hochmoderner, bürgernaher Justizkomplex entstehen.“

Aus Denkmalschutzgründen bleibt die über hundert Jahre alte Gebäudestruktur in ihrer Substanz nahezu unverändert – innen jedoch kein Stein auf dem anderen: Wände wurden versetzt, neue Trennwände in Trockenbauweise montiert, Raumhöhen adaptiert oder Installationen sowie Leitungen neu verlegt. Im Zuge der Bauarbeiten wurden ein Zubau aus den 1970er Jahren sowie zwei ehemalige Zellentrakte im Innenhof abgebrochen, um Raum für das bereits angesprochene Neue zu schaffen.

Aus statischen Gründen entschied man sich für ein Trockenestrich-System von Fermacell. © Fermacell
Aus statischen Gründen entschied man sich für ein Trockenestrich-System von Fermacell. © Fermacell

Beste Basis 

Zu den größten Herausforderungen des Projekts zählen statische und brandschutztechnische Aspekte. So wurden im ersten Geschoss des Bestandgebäudes, das in Teilen ein Kappengewölbe aufweist, Trockenestrich-Systeme verlegt. „Wir haben uns, hauptsächlich aus statischen Gründen, für Fermacell-Produkte des Typus 2 E 33, bestehend aus 2 x 12,5 mm Fermacell Gipsfaserplatten und werkseitig aufkaschierter 10 mm Holzfaserdämmplatte und den handlichen Maßen von 1500 x 500 mm entschieden“, so Michael Reiter, Geschäftsführer der Firma Fox Holz Fußboden und Objektsysteme, die für die Verlegung von insgesamt 1800 m2 Fermacell Trockenestrich-Elemente verantwortlich war. 

Bodenunebenheiten, die aufgrund der unterschiedlichen Gewölbehöhen in diesem Geschoss entstanden sind, konnten mit einer Ausgleichsschüttung bestens ausgeglichen und somit die Basis für eine moderne und vor allem flexible Haustechnik-Installationsebene geschaffen werden.

Außerdem verfügen die Fermacell Trockenestrich-Platten über das notwendige Brandschutzzertifikat (EI 90). „Das war auch wichtig. Für das Kappengewölbe mit den geringen Aufbauhöhen war eine Sonderkonstruktion notwendig. In den Bereichen mit anderen bauzeitlichen Deckenkonstruktionen wurden Brandschutzplatten auf Ständerfüßchen verlegt. Die verwendete Kombination von Schüttung und Trockenestrich-Platten erfüllt alle Anforderungen an Statik, Brandschutz und Haustechnik. Da mit einem Trockenestrichsystem keine Austrocknungszeiten berücksichtigt werden müssen und die Elemente sehr einfach verlegt werden können, gingen die Estrich-Arbeiten sehr schnell voran. Zudem wurde mit diesem System eine ideale Grundlage für den geplanten Parkettboden geschaffen“, betont die ebenfalls sehr zufriedene Architektin Gau. 

Zahlreiche Vorteile 

Gut zu wissen: Die aus zwei gegeneinander versetzt angeordneten verleimten Fermacell Gipsfaser-Platten, deren Falze miteinander verklebt und verschraubt bzw. verklammert werden, bilden eine feste Verbindung von Element zu Element, die selbst im Fugenbereich hohen Punktbelastungen standhalten – und zudem ein angenehmes Gehgefühl offerieren. Im Brandfall wird das im Gips chemisch gebundene Wasser frei und entzieht den Flammen Wärmeenergie durch Verdunstung. Die Ausbreitung des Feuers und die Schadenshöhe werden durch den Einsatz von Trockenestrich-Elementen auf Gipsbasis somit deutlich in Schach gehalten. „Die Zusammenarbeit mit Fermacell war sehr professionell. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den kompetenten Mitarbeitern gemacht“, hebt Reiter hervor. Auch Architektin Gau, die bislang noch keine Erfahrung mit Trockenestrich-Systemen hatte, ist von den hochwertigen und nachhaltigen Produkten begeistert und wird diese auch bei zukünftigen Projekten in die Planung miteinbeziehen.

Im Innenhof des Justizgebäudes entsteht ein rund 7000 m²-großer, y-förmiger Neubau. © Franz&Sue
Im Innenhof des Justizgebäudes entsteht ein rund 7000 m²-großer, y-förmiger Neubau. © Franz&Sue

Im Sommer 2018 werden die Bauarbeiten des aufwändigen Projekts abgeschlossen sein und die vorübergehend in Ersatzquartiere untergebrachten Justizbereiche wieder einziehen können.

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Fermacell GmbH
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Straße 15, Objekt 77
2355 Wiener Neudorf
www.fermacell.at