Vertikale Herausforderung

Wohnhausanlage auf den Färöer-Inseln mit eigenem Mikroklima

25.11.2016 – Steiles Gelände, starke Winde, Erdwärme und Basaltgestein sind wahrlich nicht die besten Grundvoraussetzungen für ein Bauprojekt. Einige Bauherren und Architekten mögen sich daran gar die Zähne ausbeißen. Nicht so die schwedischen Planer von White arkitekter. Mit ihrem Projekt "Die Augen von Runavik" gewannen sie einen nationalen Architekturwettbewerb, der die Entwicklung innovativer, lebenswerter und nachhaltiger Städte fördert. In der Kategorie "vertikale Herausforderung" waren Architekten und Ingenieure aufgerufen, ein neues Wohngebiet auf einem noch unbewohnten Hügel der Färöer-Inseln zu planen.

In dieser Wohnanlage könnte gut ein halbes Prozent der Landesbevölkerung der Färöer-Inseln Platz finden. © White arkitekter
In dieser Wohnanlage könnte gut ein halbes Prozent der Landesbevölkerung der Färöer-Inseln Platz finden. © White arkitekter

Entstanden ist ein Entwurf für fünf Häuser mit insgesamt 100 Wohneinheiten. Darin könnten 0,5% der Gesamtbevölkerung der Färöer-Inseln Platz finden. Um möglichst schonend in das abwegige Gelände einzugreifen, hat man sich für Holzkonstruktionen entschieden.

Jedes ringförmige Gebäude wird schon allein durch seinen Grundriss einen siedlungsartigen Charakter erhalten. © White arkitekter
Jedes ringförmige Gebäude wird schon allein durch seinen Grundriss einen siedlungsartigen Charakter erhalten. © White arkitekter
Der soziale Aspekt spielte bei der Planung eine große Rolle – die Bewohner sollen im Innenhof der Ringstruktur zusammenkommen. © White arkitekter
Der soziale Aspekt spielte bei der Planung eine große Rolle – die Bewohner sollen im Innenhof der Ringstruktur zusammenkommen. © White arkitekter

Auge mit eigenem Mikroklima

Jedes Gebäude ist wie ein in sich geschlossener Ring (oder ein Auge) geformt und ergibt somit eine homogene Siedlung, die an historische Formen der Landwirtschaft anschließt. Die dadurch entstandenen Innenhöfe sollen die mit saftigen Wiesen durchwachsene Landschaft widerspiegeln. Eine Begrünung konnte so die Biodiversität der Gebäudekomplexe enorm steigern. Jeder Ring hält sein eigenes Mikroklima. "Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir auf einem solch steilen Hang mit rauen Wetterbedingungen eine möglichst klima- und nutzerfreundliche Umgebung schaffen können", berichtet Kreativdirektor Morten Vedelsbøl. Die dreistöckigen Häuser mit einer Grundfläche von insgesamt 17.500 m2 werden mit heimischer Schafwolle gedämmt und im Passivhausstandard – gespeist mit erneuerbaren Energiequellen – errichtet.

_bk