Zeppelin parkt auf Prager Dach

Das hölzerne Konstrukt über dem DOX-Kunstmuseum ist ein Ort der Literatur

30.11.2016 – Das Museum für moderne Kunst macht in Prag mit einer außergewöhnlichen Installation auf sich aufmerksam: Ein Zeppelin aus Holz parkt hier am Dach.

Ein Holzzeppelin über den Dächern Prags: "Gulliver" gehört zum Museum für moderne Kunst und ist 42 m lang. © DOX / Rene Volfik
Ein Holzzeppelin über den Dächern Prags: "Gulliver" gehört zum Museum für moderne Kunst und ist 42 m lang. © DOX / Rene Volfik

Das Museum DOX in Prag versteht sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 als Raum für Forschung, Präsentation und Diskussion auf Gebieten, wo die Kunst in Dialog mit anderen Geistesdisziplinen tritt und dabei einen kritischen Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen wirft. Das auffällige Gebäude im nördlichen Zentrum der tschechischen Hauptstadt war früher eine Fabrikshalle, die renoviert und an die Bedürfnisse eines Museums angepasst wurde.

Nachdem der Bau 2008 für den europäischen "Mies van der Rohe Award" nominiert war, macht er nun mit einer weiteren architektonischen Besonderheit auf sich aufmerksam: Am Dach des Museums hat Direktor Leoš Válka gemeinsam mit Architekt Martin Rajniš, David Kubik und Zbyněk Šrůtek eine 42 m lange und 10 m breite Installation aus Holz in Form eines Zeppelins geschaffen.

© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik

Der Traum vom Fliegen

Die spezielle Erscheinung trägt – wie es sich für ein Kunstmuseum gehört – eine gewisse Symbolik in sich. Zeppeline standen im frühen 20. Jahrhundert für die Idealisierung des technologischen Fortschritts und dem des Menschen langersehnten Traum vom Fliegen. Mit der Holzkonstruktion wollten die Ideengeber also eine gewisse Utopie des Idealen symbolisieren. Da die Romanfigur Gulliver aus Gullivers Reisen als Paradebeispiel für utopische Fiktion gilt, wurde der Zeppelin nach ihm benannt.

© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik
© DOX / Jan Slavik

Über zwei Jahre haben die Architekten mit den Ingenieuren von Timberdesign an dem Konstrukt gearbeitet. Filigrane gebogene Kanthölzer und Holzlatten formen gemeinsam mit einer Aussteifung aus Stahl den Korpus. Eine Glashaube schützt vor der Witterung.

Gulliver wird ab 10. Dezember als Lesesaal und für öffentliche Literatur-Diskussionsrunden dienen. 

_mr