Wer auf Holz druckt, kann auch auf Holz bauen

Niederösterreichische Druckerei erweitert Unternehmensstandort in Holzriegelbauweise

Planungsansicht: So soll die neue Druckhalle (rechts) aussehen. Der mittlere Teil mit Turm soll erst mit einer zweiten Bauphase fertiggestellt werden. © www.oln.at
Planungsansicht: So soll die neue Druckhalle (rechts) aussehen. Der mittlere Teil mit Turm soll erst mit einer zweiten Bauphase fertiggestellt werden. © www.oln.at

21.09.2016 – Die Druckerei gugler hat für die Unternehmenserweiterung am Standort in Pielach bei Melk nach besondern Lösungsansätzen gesucht. Gebaut wird in Holz, energetisch befindet sich das neue Gebäude auf höchstem Standard.

Es ist kein Zufall, dass die niederösterreichische Druckerei auf eine ökologische Bauweise setzt. Will man doch mit der Erweiterung des Maschinenparks und der Produktionsfläche um 1.500 m2 konsequent die Stellung als führender Anbieter ökologischer und preiswerter Druckprodukte ausbauen. Die neue Druckhalle im Plus-Energie-Standard wird laut dem Unternehmen das erste Gebäude weltweit sein, das von der deutschen Umweltforschungsagentur EPEA mit dem Siegel "Cradle to Cradle inspired" ausgezeichnet wird. Realisiert wird das von POS Architektin Ursula Schneider geplante und begleitete Projekt durch regionale Baupartner. Auf lange Transportwege wird so verzichtet.

Spatenstich: gugler Projektleiter Hannes Scheer, die Bauherren Reinhard, Elisabeth und Ernst Gugler, POS-Architektin Ursula Schneider gemeinsam mit Melks Bürgermeister Thomas Widrich (v.li.). © gugler
Spatenstich: gugler Projektleiter Hannes Scheer, die Bauherren Reinhard, Elisabeth und Ernst Gugler, POS-Architektin Ursula Schneider gemeinsam mit Melks Bürgermeister Thomas Widrich (v.li.). © gugler

Energetisches Kraftwerk trifft auf Upcycling

Die neue Druckhalle, das zukünftige Herzstück der Produktion bei gugler, ist eine Holzriegelkonstruktion. Gebrauchte Druckplatten dienen als Fassadenverblechung. Auf Styropor wird verzichtet. Eine 142 kWp Photovoltaikanlage versorgt das Gebäude mit Strom aus Sonnenkraft. "Bei diesem Projekt werden über 30% Recyclingmaterialien und 96% wiederverwertbare Produkte verbaut. Das ist schon beachtlich. Wir verwenden nur natürliche Baumaterialen wie Holz, Zellulose und Glas. Gedämmt wird das Gebäude mit Zellulose aus eigenen Cradle to Cradle-Papierabfällen. Im Winter wird die Abwärme der Druckmaschinen zum Heizen verwendet", berichtet Architektin Ursula Schneider.

Investition in eine positive Arbeitsumgebung

Zukünftig hat gugler print rund 2.400 m² Produktionsfläche. Die neue Druckhalle macht Platz für einen noch leistungsfähigeren Maschinenpark. Die bisherige Produktionshalle wird im Zeichen der Weiter- und Endverarbeitung stehen. "Wir brauchen den Platz, um ergonomisch und effizient arbeiten zu können", erklärt Druckerei-Leiter Reinhard Gugler. Auch das Umfeld für die Druckerei-Mitarbeiter wird verbessert. Für besonderes Klima sorgt eine über den Hausbrunnen gespeiste Umluftkühlung, die gleichzeitig CO2 einspart. "Gesundes Arbeiten ermöglicht auch die Bioküche und ein Naturgarten, in dem zwischendurch entspannt werden kann", so Gugler.

Im Frühjahr 2017 wird der erste Teil des auf mehrere Jahre angelegten Bauprojekts, die neue
Produktionshalle, abgeschlossen sein. Das Rondo mit Turm als Herzstück des Neubaus soll dann in einer zweiten Bauphase entstehen.

_bk / Quelle: gugler print