Ein Blick in die Zukunft

Wie sich der Holzbau in Österreich weiterentwickeln wird

28.07.2017 – Aktuellen Prognosen zufolge haben sich bis zum Jahr 2050 bereits zwei Drittel der gesamten Weltbevölkerung im urbanen Raum niedergelassen. Doch nicht nur die Städte wachsen, auch die Probleme, die sich durch die zunehmende Urbanisierung ergeben, nehmen stetig zu. Bereits heute sind die Metropolen dieser Welt für rund 80 % der CO2-Emissionen verantwortlich. Unsere Städte der Zukunft müssen sich daher vor allem den Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenverknappung stellen. Nachhaltiges Bauen rückt gerade vor den Beschlüssen des Pariser Klimaschutzabkommens ins Zentrum einer verantwortungsbewussten Städteentwicklung. Holz ist hierbei der Bau- und Werkstoff der Stunde! Produktentwicklungen aus Österreich tragen wesentlich dazu bei, den Holzbau weiterzuentwickeln. Nach oben ist allerdings noch viel Luft!

Erhard Pretterhofer, Geschäftsführer des  Holzclusters Steiermark
Erhard Pretterhofer, Geschäftsführer des Holzclusters Steiermark

Um den Holzbauanteil weiter zu steigern, gilt es, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und Hemmnisse abzubauen. Forschung und Entwicklung müssen rasant vorangetrieben werden, um die Holzbauweise noch tiefer im Baugeschehen zu verankern. Ein Meilenstein konnte mit der Implementierung der Leistungsbeschreibung Holzbau im Standardleistungsbuch Hochbau gesetzt werden. Gerade bei Ausschreibungen im öffentlichen Sektor überwinden wir damit ein wesentliches Hindernis für die Erhöhung der Holzbauquote.

Zwischen Architektur, Technik und Wirtschaft muss es künftig gelingen, den Holzbau noch weiter in Richtung innovative Systemlösungen zu entwickeln. Unsere Branche wird nicht daran vorbeikommen, den Finger an den Puls der Zeit zu legen und maßgebliche Trends, wie die Digitalisierung oder das Internet der Dinge, stärker zu berücksichtigen. Mit Cross Innovation gelingt es, die Technologien und Prozesse aus anderen Branchen auf ihre Eignung für den Holzbau zu überprüfen. Digitale Produktentwicklung, wie sie im Automobilsektor beispielsweise schon längst üblich ist, eröffnet auch in der Holzwertschöpfungskette vollkommen neue Perspektiven. 

Für die Zukunft stehen dem Holzbau alle Chancen offen – damit es uns jedoch gelingt, diese Potenziale gemeinsam in Erfolg umzuwandeln, müssen wir noch intensiver an der Bündelung der Kräfte zwischen Industrie und F&E-Institutionen arbeiten und die branchenübergreifende Vernetzung vorantreiben!

_Erhard Pretterhofer