Newcomer mischt Finnlands Bauszene auf

Mit mehrgeschossigem Holzbau in Serienfertigung krallt sich ein junges Bauunternehmen einen Großauftrag nach dem anderen

17.07.2017 – Wo viele Bäume wachsen, ist auch die Holzindustrie nicht weit – eine Schlussfolgerung, die auf Österreichs Wirtschaft ebenso zutrifft wie auf jene Finnlands. In dem skandinavischen Land mit Holztradition versucht derzeit ein junges Unternehmen, sich den Trend zum schnellen und nachhaltigen Bauen zu Nutze zu machen – erfolgreich, wie es scheint.

Mit seriell designten mehrgeschossigen Wohnbauten aus Holzmodulen erwirtschaftet das finnische Holzbauunternehmen Sisco Rekordzuwächse. Dieses Projekt in Laitila soll der volumsmäßig größte Holzbau Europas werden. © Sisco
Mit seriell designten mehrgeschossigen Wohnbauten aus Holzmodulen erwirtschaftet das finnische Holzbauunternehmen Sisco Rekordzuwächse. Dieses Projekt in Laitila soll der volumsmäßig größte Holzbau Europas werden. © Sisco

Die Rede ist von Sisco aus Vantaa (einer unweit nördlich gelegenen Nachbarstadt von Helsinki). Das Unternehmen ist auf modularen vorgefertigten Holzbau spezialisiert und möchte damit vorrangig im mehrgeschossigen Bereich Fuß fassen. Kürzlich hat man eine ganze Design-Kollektion für schlüsselfertige mehrgeschossige Wohnbauten gezeigt. Für einige davon bestehen auch schon konkrete Bauvorhaben oder sind in Vorbereitung. Derzeit sind Vielparteienhäuser in Uusikaupunki, in Rauma und in Laitila in Bau bzw. in Planung. Beim Projekt in Laitila soll es sich mit über 250 Wohneinheiten sogar um den volumsmäßig größten Holzbau Europas handeln, glaubt man bei Sisco.

Modell Pino: Indem man die Geschossdecken in einem bestimmten Winkel zueinander versetzt, soll den modularen Wohnbauten ein lebhafter Charakter vermittelt werden. © Sisco
Modell Pino: Indem man die Geschossdecken in einem bestimmten Winkel zueinander versetzt, soll den modularen Wohnbauten ein lebhafter Charakter vermittelt werden. © Sisco

Derzeit umfasst der Auftragsbestand des finnischen Holzbauunternehmens rund 700 Modul-Apartments, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 1000 anwachsen. Das Erstaunliche daran ist: Die Geschichte des Unternehmens begann erst vor zehn Jahren, als man noch als Subunternehmer für konventionelle Bauvorhaben tätig war. Bereits 2012 realisierte man erste eigene Projekte und fand schnell den Weg zum Holzbau. Mit aktuell 100 Mitarbeitern am Stammsitz in Vantaa erwirtschaftete das Unternehmen 2016 einen Jahresumsatz von rund 22,5 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2017/18 wird eine Steigerung auf annähernd 120 Mio. € erwartet.

Hauptbestandteil der Module ist LVL (Laminated Veneer Lumber) von Metsä Wood. Um die aktuell sehr starke Nachfrage zu decken, nutzt Sisco zusätzliche Kapazitäten bei Partnerbetrieben, die mit der Fertigung der Module unterstützen. Im März wurde aber auch eine neue Produktionshalle in Vantaa mit drei Fertigungslinien eröffnet.

Das Geheimnis, warum sich Sisco innerhalb so kurzer Zeit am finnischen Baumarkt derart gut entwickeln konnte, erkennt der Geschäftsführer des Unternehmens, Lauri Halminen, darin, dass man ein eigenes konstruktives und architektonisches Designkonzept vermarktet. Dadurch ließe sich kosteneffizienter produzieren als bei der Konkurrenz.

_mr / Quellen: Sisco und diverse finnische Tageszeitungen