Massiv wie ein Dinosaurier

Ergänzungsbau für Regierungsgebäude in der Schweiz

23.11.2017 – Im Schweizer Kanton Thurgau soll hinter dem Regierungsgebäude in Frauenfeld ein Ergänzungsbau entstehen. Man will dort die Räumlichkeiten für die Verwaltung bündeln und möglichst viele der bestehenden Arbeitsplätze aufnehmen.

Von außen erinnert der Planungsentwurf gewollt an die Massivität von Betonbauten: Die Konstruktion wird aber in Holzbauweise ausgeführt – so die Vorgabe der Regierung. © Nightnurse
Von außen erinnert der Planungsentwurf gewollt an die Massivität von Betonbauten: Die Konstruktion wird aber in Holzbauweise ausgeführt – so die Vorgabe der Regierung. © Nightnurse

Im Zuge eines offenen Projektwettbewerbs hat der Regierungsrat deshalb folgende Eckpunkte definiert: Unter anderem soll das Gebäude vier bis fünf Geschosse haben, um Platz für 170 bis 190 Arbeitsplätze zu schaffen. Eine weitere Vorgabe: Der Ergänzungsbau soll in Holzbauweise erstellt werden. Unter den 99 Einreichungen ging der Entwurf des Büros von Gäumann Lüdi Von der Ropp Architekten als Sieger hervor. „Dino“, schreibt die Jury, „erinnert in seinem strukturellen Aufbau an das Skelett eines Reptils, das im Rücken des prominenten Regierungsgebäudes sowohl baukörperlich wie stilistisch zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Architekturen des Ortes zu vermitteln vermag.“

© Nightnurse
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Regierung besteht auf Holz

„Das wäre der erste urbane Holzbau des Kantons“, erklären die Architekten. Damit wolle der Regierungsrat ein Zeichen für die nachhaltige Nutzung regionaler Ressourcen setzen. „Dino“ konnte die Jury auch in diesem Punkt zur Gänze überzeugen. Als Holzbau bilde der Gebäudeentwurf eine selbstbewusste, zeitgemäße Erscheinung, die das repräsentative Regierungsgebäude stimmig ergänze, heißt es. Im Inneren ist Dino streng modular auf einem klassischen Büroraster in Skelettbauweise aufgebaut. Der flexible Grundriss bietet Platz für rund 300 Arbeitsplätze. Geplant ist auch eine sichtbare Holzfassade. Die Fassadenöffnungen werden im Entwurf der Architekten als großformatige Holzfensterkonstruktionen vorgeschlagen. Die geschlossenen Stirnfassaden, die mit großen Holzplatten verkleidet sind, suggerieren in der Gliederung eine Holzmassivbauweise aus großen Balken. Dadurch entsteht ein interessanter, fast archaisch anmutender Bau, der in seiner Ästhetik an die Massivität von Sichtbetonbauten der 1960er-Jahre erinnert. 

Wie das Skelett eines Dinosauriers wird die Rippenform über das Grundstück wandern. © Nightnurse
Wie das Skelett eines Dinosauriers wird die Rippenform über das Grundstück wandern. © Nightnurse

Zudem konnte das Projekt mit den niedrigsten Baukosten pro Arbeitsplatz auch in wirtschaftlicher Hinsicht überzeugen, teilt der Kanton Thurgau mit. Für den Ergänzungsneubau, der spätestens 2026 bezugsbereit sein soll, wurden zwischen 35 und 43 Mio. € veranschlagt.

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