Bauarbeiten an weltgrößtem Holzbau abgeschlossen

Weder innen noch außen offenbart das Riesenprojekt seine ökologischen und baubiologischen Werte

6.11.2017 – Vergangene Woche wurden in der Londoner Dalston Lane die Arbeiten an einem Rekordprojekt in Sachen Holzbau abgeschlossen. Der von Waugh Thistleton geplante Vielparteien-Gebäudekomplex erstreckt sich zum Teil über zehn Geschosse bzw. 34 Meter und ist damit zwar nicht der höchste aber der volumsmäßig größte Holzbau der Welt.

Der größte Holzbau der Welt sieht von außen nicht gerade hölzern aus. Seine inneren Werte werden aber von 4500 Kubikmeter BSP geprägt. © Daniel Shearing
Der größte Holzbau der Welt sieht von außen nicht gerade hölzern aus. Seine inneren Werte werden aber von 4500 Kubikmeter BSP geprägt. © Daniel Shearing

Nie zuvor kam für ein Bauprojekt (aus einem zusammenhängenden Baukörper) mehr Brettsperrholz zum Einsatz. Ganze 4500 m3 lieferte dafür Binderholz aus dem Zillertal nach London. Alle Außen-, Zwischen- und Kernwände inklusive Decken sind aus Holz. Die Konstruktion wurde, soweit möglich, anderenorts vorgefertigt und in Gebäudeteilstücken auf die Baustelle geliefert.

Decken, Außen- und Zwischenwände wurden aus Holz gefertigt. © Daniel Shearing
Decken, Außen- und Zwischenwände wurden aus Holz gefertigt. © Daniel Shearing
Auch im Inneren hat man sich jeglicher Holzoberfläche entledigt. © Daniel Shearing
Auch im Inneren hat man sich jeglicher Holzoberfläche entledigt. © Daniel Shearing

Damit sich das Gebäude an das traditionelle Erscheinungsbild englischer Architektur anpasst, wurden alle Außenwände in eine Backsteinfassade eingefasst. Laut einem Bericht von Treehugger wurde diese Entscheidung nicht von den Planern selbst gefällt. Architekt Anthony Thistleton meinte dazu, ihm erscheine es unpassend, ein so leichtes Gebäude in eine so schwere Hülle zu verpacken.

© Daniel Shearing
© Daniel Shearing

Schließlich entstanden auf dem Bauplatz 121 Wohnungen, 1500 m2 Gastronomie- als auch 3500 m2 Gewerbeflächen für Baukosten von umgerechnet 28 Mio. €. Im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise ist das Gebäude aufgrund der Holzbauweise rund fünfmal leichter und es wurden circa 200 to CO2 eingespart.

_mr / Quellen: Waugh Thistleton Architects, Dezeen, Treehugger