In Biel schlägt’s Holzrahmenbau

Shigeru Bans OMEGA-Produktionsstätte eröffnet

06.11.2017 – Dass die Uhren bei der umsatzstärksten Marke der Swatch Group nicht still stehen, beweist das neue OMEGA-Produktionsgebäude in Biel. Sowohl was den Architekten betrifft, als auch was Produktionstechniken und Energieeffizienz angeht, besticht der Bau durch Innovation. Holz ist dabei wesentlich.

Vor dem Hintergrund einer neuen Generation an Uhrenkäufern versucht Omega modernen Vorstellungen gerecht zu werden – dies ist mit einem Holzrahmenbau gelungen. © OMEGA
Vor dem Hintergrund einer neuen Generation an Uhrenkäufern versucht Omega modernen Vorstellungen gerecht zu werden – dies ist mit einem Holzrahmenbau gelungen. © OMEGA

OMEGA, eine Marke der Swatch Group, hat in Biel vergangene Woche das neueste Produktionsgebäude eingeweiht. Der Holzrahmenbau vereint ab sofort alle Montage- und Prüfungsprozesse inklusive Versand unter einem Dach. Fünf Geschosse und 30 m hoch, ebenso breit und 70 m lang ist der Erweiterungsbau. Der zur Gänze aus Schweizer Fichtenholz und Beton erbaute Neubau trägt die Handschrift des japanischen Architekten Shigeru Ban. „OMEGAs wichtigstes Produktionsgebäude spiegelt in seiner Architektur die Philosophie des Unternehmens wider. Das Tragwerk des Gebäudes zeichnet sich durch die starre und geradlinige Struktur der Holzpfeiler und -träger mit den aus Holz gearbeiteten Details aus, welche die Genauigkeit und Präzision von OMEGA zum Ausdruck bringen“, sagt der Pritzker-Preisträger.

Gleich, ob es darum geht, die Zeiger perfekt auf das Ziffernblatt zu setzen, oder die Uhr im Gehäuse zu fixieren – die Uhrmacher führen jeden einzelnen Arbeitsschritt mit Präzision durch. © OMEGA
Gleich, ob es darum geht, die Zeiger perfekt auf das Ziffernblatt zu setzen, oder die Uhr im Gehäuse zu fixieren – die Uhrmacher führen jeden einzelnen Arbeitsschritt mit Präzision durch. © OMEGA

Hightech im Inneren von Holz umrahmt

Wie menschliche Fachkenntnis und robotische Assistenzsysteme auf höchstem Niveau zusammenkommen, zeigt sich im Inneren. Ein vollautomatisiertes Lagersystem, das über drei Stockwerke reicht, umfasst mehr als 30.000 Kisten mit allen Teilen, die man für die Uhrproduktion benötigt. Darüber hinaus wurden riesige Roboterarme programmiert, um zu messen, zu fotografieren und zu verlagern. Sie ziehen die Uhren automatisch auf und ermöglichen so eine durchgängige und gleichbleibende Produktion. Das menschliche Eingreifen wird dadurch aber nicht ersetzt, sagt OMEGA. Da die einfachen Aufgaben Roboter übernehmen, können sich die Mitarbeiter im angenehmen Ambiente des Holzbaus ganz auf die Prüfergebnisse sowie die perfekte Einstellung jeder einzelnen Uhr konzentrieren.

Schweizer Präzision im Uhren- als auch…
Schweizer Präzision im Uhren- als auch…
…im Holzhandwerk. © OMEGA
…im Holzhandwerk. © OMEGA

Jalousien, die sich nach Sonne richten

© OMEGA
© OMEGA

Architektonisch, als auch technologisch brilliert der Bau also. Als dritter Glanzpunkt darf dessen Energieeffizienz gelten. An den äußeren Glaswänden wurden an jedem Fenster hocheffiziente Sonnenschutzvorrichtungen angebracht, die sich je nach Sonneneinstrahlung und Ausrichtung des Fensters bewegen. Im Inneren werden für alle künstlichen Lichtquellen LEDs verwendet. Zudem setzt OMEGA das Prinzip von Recycling um, indem es seine eigene Überschusswärme aus Produktionsprozessen wie Druckluft oder Unterdruck in anderen Bereichen nutzt, wo die Wärme gebraucht wird – zum Beispiel für Warmwasser.

Alles in allem vereint sich hier Schweizer Präzision in doppelter Hinsicht: Beides, Uhren- und Holzhandwerk, zeichnen sich durch Details und Genauigkeit aus. Mag sein, dass die Zeiger für künftige Erweiterungsbauten der Swatch Group deshalb wieder einmal auf Holzbau stehen.

_kl / Quelle: OMEGA