Boot-Sharing, Chilled-Room und Holz …

… so hip wollen junge Schweden heutzutage wohnen

07.05.2018 – In Västerås, einer aufstrebenden schwedischen Stadt ca. eine Autostunde westlich von Stockholm gelegen, entsteht derzeit ein neungeschossiges Gebäude in Massivholzbauweise. 

So wird das Wohnbauprojekt Kajstaden in Västerås aussehen, wenn es fertig ist. © C.F. Møller
So wird das Wohnbauprojekt Kajstaden in Västerås aussehen, wenn es fertig ist. © C.F. Møller

Direkt am Ufer des Mälaren, dem drittgrößten See Schwedens, wächst seit einiger Zeit „Öster Mälarstrand“ zu einem zunehmend gefragten Stadtteil Västerås' heran. Die 110.000-Einwohner-Kleinmetropole war früher fast ausnahmslos von einer sehr starken Elektronikindustrie geprägt. Seit den späten 1970er Jahren etabliert sich die Region zunehmend zu einer akademischen Hochburg und zieht aus dem ganzen Land junge Studenten an. Auch deshalb ist Wohnraum hier sehr gefragt – am besten gebaut nach modernen nachhaltigen Standards innerhalb einer hippen, aufblühenden Umgebung, die Grünflächen integriert und den Zugang zum nahegelegenen See gewährt.

Diese im Januar aufgenommenen Bilder zeigen den noch unfertigen Rohbau des neungeschossigen Gebäudes.
Diese im Januar aufgenommenen Bilder zeigen den noch unfertigen Rohbau des neungeschossigen Gebäudes.
Mittlerweile nähern sich die Bauarbeiten dem Ende – erste Nachbargebäude sind bereits fertig. © C.F. Møller
Mittlerweile nähern sich die Bauarbeiten dem Ende – erste Nachbargebäude sind bereits fertig. © C.F. Møller

„Kajstaden“, das gemeinschaftliche Bauprojekt von C.F. Møller ArchitektenSlättö Förvaltning und Byggbolaget, passt perfekt in das Konzept der Stadtentwicklung. Aufgeteilt auf mehrere Gebäude werden hier mit 99 neuen Apartments insgesamt 7500 m2 Wohnfläche zwischen zwei Erholungsparks geschaffen. Die ersten Gebäude werden derzeit fertiggestellt. Das höchste unter ihnen erstreckt sich über neun Geschosse. Alle tragenden Wände und Decken werden in Brettsperrholz ausgeführt. Auch Stützen und Träger bis hin zur Konstruktion der Stiegenhäuser und Lichtschächte werden mit Holz errichtet.

© C.F. Møller
© C.F. Møller

Die ökologische Ausführung war den holzaffinen Architekten von C.F. Møller von Planungsbeginn an wichtig, weil sie den nachhaltigen Prämissen des Gesamtprojekts folgt und sich stimmig einfügt: „Durch die Verwendung des erneuerbaren Baustoffs Holz erzeugen wir einen positiven Effekt auf die Umwelt und auf den Gesamtlebenszyklus des Projekts.“ Man hat sogar noch einen „Öko-Schritt“ weiter gedacht: Am Seeufer vor den Häusern will man „Boot-Sharing“ mit Elektrobooten anbieten.

Noch kurioser wird's beim Thema Essensversorgung: Mit einem sogenannten „Chilled Room“ im Erdgeschoss trägt man dem Hype um die Frei-Haus-Essenslieferanten Rechnung. Unter den jungen Schweden sind Essensbestellungen scheinbar so beliebt, dass ein eigener Raum zum Empfang und Verzehr der Lieferungen zur Ausstattung eines jeden neuen Wohnbaus gehören sollte.

_mr