Toronto kann nicht genug vom Holzbau bekommen

Nur einen Monat nach Ankündigung des höchsten Uni-Holzgebäudes folgt ein zweites, noch höheres

14.05.2018 – Erst Anfang April wurde vonseiten des George Brown College in Toronto bekanntgegeben, das mit zehn Geschossen höchste in Holz geplante Fakultätsgebäude Kanadas ab 2021 errichten zu wollen (wir berichteten). Doch schon folgt der nächste Streich von der kanadischen Metropole: Die University of Toronto setzt für einen Neubau ebenfalls auf das Material Holz.

Direkt neben dem seit 2014 bestehenden Goldring Centre möchte die University of Toronto einen 14-geschossigen Holz-Hybridbau errichten. © MJMA / Patkau Architects
Direkt neben dem seit 2014 bestehenden Goldring Centre möchte die University of Toronto einen 14-geschossigen Holz-Hybridbau errichten. © MJMA / Patkau Architects

Nur 15 Minuten Autofahrt vom George Brown College entfernt will man ab Ende 2019 mit den Bauarbeiten an einem 14-geschossigen Holz-Hybrid-Turm am Campus der University of Toronto beginnen. Der Bauherr spricht vom höchsten Holzhybridgebäude ganz Nordamerikas. In einer Presseaussendung heißt es weiter, man wolle nicht nur dem generellen Trend zu CO2-sparenden und schnell errichteten Holzbauten folgen, sondern vor allem auch die vom Staat Ontario zur Verfügung gestellte Förderung für das Bauen mit Holz in Anspruch nehmen.

© MJMA / Patkau Architects
© MJMA / Patkau Architects

Gleich mehrere Fakultäten werden im Hybridturm – geplant von Patkau Architects und MACLENNAN JAUNKALNS MILLER ARCHITECTS – ein neues Zuhause finden: Mathematiker, Künstler, Wirtschafts- und Bewegungswissenschaftler ziehen hier ein.

Holz war eigentlich nie im Gespräch, bis …

Das Hochhaus, für welches man bereits 2014 beim Bau des benachbarten Goldring Centre statische Vorkehrungen traf, war ursprünglich als Stahlbau konzipiert. Erst durch die staatlich gesetzten finanziellen Anreize pro Holz kam die Idee auf, auf das nachwachsende Baumaterial zu setzen. Auf die Idee folgte schnell Begeisterung: „Es gibt eine ganze Menge Argumente, die für den Holzbau sprechen, aber das schlagenste ist die hohe Umweltfreundlichkeit. Im Gegensatz zu Beton und Stahl – Baustoffe, für deren Erzeugung Unmengen an Kohlenstoff benötigt werden–, ist Holz etwas, das vollkommen natürlich auftritt und noch dazu aufgrund seines geringen Gewichts einfach zu transportieren ist“, kommentiert Projektleiter Gilbert Delgado von der University of Toronto die Wahl des Baumaterials.

Der 14-Geschosser soll zum größten Teil industriell vorgefertigt werden. Man setzt auf eine Kombination aus Brettsperrholz und Betonelementen.

_mr / Quelle: University of Toronto