Diesmal keine Stäbchen

Chinesisches Baumhaus besticht durch hohe Handwerkskunst

03.08.2018 – Am Rande eines Waldstücks der chinesischen Provinz Zhejiang liegt ein selten besuchtes Bergdorf, das seit April um einen besonderen Bau reicher geworden ist: Das aus Merbau und Eiche gefertigte Baumhaus „Treewow“ ist eine holztechnische Raffinesse der Architekten von MONOARCHI.

Wie ein schützendes Schild legt sich das Dach um die Behausung. Entworfen haben "Treewow" die Architekten MONOARCHI. © MONOARCHI
Wie ein schützendes Schild legt sich das Dach um die Behausung. Entworfen haben "Treewow" die Architekten MONOARCHI. © MONOARCHI

Das Projekt Treewow befindet sich am Fuße des Siming Mountain. Die Architekten Xiaochao Lied und Keming Wang von MONOARCHI haben das 80 m2 große kreisförmige Baumhaus mit einer Höhe von 8 m auf Stahlstützen entworfen. Der obere Teil ist zur Gänze aus Holz gefertigt. Drei nicht konzentrische Kreise bilden die Grundstruktur. Die Behausung beherbergt eine großzügige Terrasse, die über einen Bach hinausragt, einem zweistöckigen Gästezimmer und einem wellenförmigen Dach, das eine weitere, kleinere Terrasse freigibt.

Landschaft vom Fenster in den Raum

Spiralförmig aufgebaut, führt eine Rundung der Außenwand in den Innenraum. Dieser trennt das Bad vom Wohnraum. Das geschwungen anmutende Dach – von siebenundfünfzig Balken getragen – umschmeichelt die elegante Skyline und führt die Landschaft aus dem Fenster in den Raum. Die Privatsphäre der Räume wird dabei bewahrt.

Der Dachverlauf bestimmt die visuelle Kommunikation zwischen Innen und Außen sowie die Trennung von privatem zum öffentlichen Raum. © MONOARCHI
Der Dachverlauf bestimmt die visuelle Kommunikation zwischen Innen und Außen sowie die Trennung von privatem zum öffentlichen Raum. © MONOARCHI
© MONOARCHI
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Der Bau stellt alles andere als eine willkürliche Phantasie der Architekten dar – die nichtlineare Traufe besteht aus gutem Grund: Sie dient dem konstruktiven Holzschutz. Die Architekten standen dahingehend  während des Planungs- und Bauprozesses in engem Kontakt mit den Handwerkern.

© MONOARCHI
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Im Verlauf vom öffentlichen zum privaten Raum betritt der Gast die Terrasse im ersten Stock und erlebt dann die kreisförmige Abfolge der Räume bis zum Innenraum. Über eine Wendeltreppe gelangt man in den zweiten Stock mit einem beeindruckenden Ausblick. Wer genauer hinsieht, kann eine alte Teefabrik hinter den Bambusbäumen erahnen.

_vb / Quelle: MONOARCHI