Holzbau Deutschland kritisiert Studie

Ökobilanz von Holzgebäuden wird mit der von Mauerwerksgebäuden verglichen

Holzbau Deutschland kritisiert eine LCEE-Studie. © pixabay
Holzbau Deutschland kritisiert eine LCEE-Studie. © pixabay

10.10.2018 – Das Beratungsinstitut LCEE will in einer Studie, die jüngst in diversen Medien kursierte, eruiert haben, dass die Ökobilanz und die Klimaschutzleistung von Holzgebäuden nicht besser sei als die von Mauerwerksgebäuden. Man setzt noch eines drauf: sie sei  sogar schlechter. Die Deutsche Fachversammlung von Holzbau Deutschland spricht in diesem Zusammenhang von einer „interessensgeleiteten Auftragsarbeit“ des Beratungsunternehmens und entzieht diversen Aussagen die Grundlage.

Werfe man zum Beispiel einen Blick auf den Betrachtungszeitraum zur Berechnung der Gesamtergebnisse, der bei einer normgerechten Bilanzierung 50 Jahre beträgt, wurde dieser bei der Studie auf 80 Jahre ausgedehnt. Konkret bedeute dies, dass man sich daher ab dem 51. Jahr nicht mehr an die von der Norm vorgegebenen Rahmenbedingungen halten müsse. Zwar werde im Text darauf hingewiesen, dies falle jedoch aufgrund der Fülle an Detailinformationen nicht auf und werde auch von Fachleuten übersehen.

Unwissenschaftlichkeit der Studie

Weiters werde in der Studie schlicht angenommen, dass bei einem Holzgebäude nach 70 Jahren die komplette Außenwandkonstruktion ausgetauscht werden müsse. „Für diese Annahme gibt es jedoch keinerlei empirische Grundlage. Sie ist rein willkürlich und dient wohl nur dem Zweck, das vom Auftraggeber gewünschte Ergebnis zu erzielen. Mit seriöser Wissenschaft hat das nichts mehr zu tun“, informiert Holzbau Deutschland in einer Presseaussendung.In der vom Bayerischen Wirtschaftsministerium und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt herausgegebenen Studie „Lebenszyklusanalyse von Wohngebäuden“ werde auf die Unwissenschaftlichkeit der LCEE-Studien von Graubner und Pohlhingewiesen, heißt es weiter.

Konstruktiv in die Zukunft

Der Vorsitzende von Holzbau Deutschland, Peter Aicher, mahnte zu mehr Sachlichkeit und wies darauf hin, dass der Holzbau auch weiterhin faktenorientiert informieren werde. „Wir setzen uns für ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges Bauen ein. Dabei liegt der Schlüssel vieler Bauaufgaben sogar in der intelligenten Kombination verschiedener Baumaterialien. Es geht darum, die Baustoffe entsprechend ihrer Vorteile optimal einzusetzen. So eignet sich beispielsweise die Holzbauweise besonders gut für die städtische Nachverdichtung in Form von Aufstockungen und Lückenschließungen.“

_vb / Quelle: Holzbau Deutschland