Er treibt das Dach gern auf die Spitze

„Dachvisionen“-Präsident im Interview

26.11.2018 – Um Häuslbauer und Sanierer bei der Wahl der passenden Dachform zu unterstützen, haben sich fünf heimische Kräfte zur Plattform „Dachvisionen“ zusammengeschlossen, der BRAMAC, VELUX, TONDACH, ETERNIT und holzbau austria angehören. Jüngst gab es einen Wechsel an der Spitze. Anlass, Ziele, Ideen und Dachvisionen des neuen Präsidenten, Franz Kolnerberger, zu erfragen.

Franz Kolnerberger heisst der neue Präsident der Plattform "Dachvisionen". © Hafenscher
Franz Kolnerberger heisst der neue Präsident der Plattform "Dachvisionen". © Hafenscher

? Herr Kolnerberger, Sie treiben das Dach gern auf die Spitze. Warum?

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Es gehört zu unserer Baukultur und prägt unsere Dachlandschaften. Mein klarer Anspruch ist es, die Botschaft mit den Vorteilen eines geneigten Dachs sowohl bei den Bauinvolvierten als auch der Politik aktiv zu kommunizieren. In Richtung Politik müssen wir zusätzlich das Bewusstsein schaffen, wie wichtig der Erhalt des Ortsbildes ist.

? Laut einer vom Market Institut durchgeführten Studie vertrauen 87 % der heimischen Häuslbauer auf ein geneigtes Dach. Das Satteldach ist die klare Nummer 1. Warum braucht es also die Plattform?

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Mittlerweile gibt es immer mehr mutige Bürgermeister, die das Steil- oder geneigte Dach in ihrer Gemeinde vorschreiben. Ich habe zehn Jahre in Frankreich gelebt und täglich gesehen, wie achtsam mit dem Erhalt der Ortsbilder umgegangen wird. Das wollen wir auch in Österreich erreichen. Kurzfristige Modeströmungen, wie Pultdächer, stören im Ensemble einer klassischen Siedlung. Das gleiche gilt auch für die schmucklosen Flachdachbauten, die meist Fremdkörper im Ortsbild bleiben. Und genau das zeigen wir auf.

? Welchen Aufgaben kommt die Plattform Dachvisionen nach?

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Wir verfolgen mehrere Ziele: Einerseits möchten wir durch moderne Kommunikationstools und einen
guten Mix an Druckwerken sowie digitalen Medien zeigen, wie attraktiv und zeitgemäß das Steildach ist. Andererseits nutzen wir das Know-how aller Marken der Initiative, um mittels Lobbying bei allen Entscheidungsträgern Bewusstsein für die Vorteile des gneigten Dachs zu schaffen.

? Neben dem Faktum, dass kreative Dächer als optische Schmuckstücke jedes Gebäudes dienen: Warum ist das Steildach noch immer die beste Art, sein Haus zu schützen?

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Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll: Technische Vorteile, wie Dichtheit, Wartungssicherheit und minimale Instandhaltungskosten, überwiegen genauso wie die Option eines ausbaufähigen Dachbodens für zusätzlichen Wohn- oder Stauraum. Von der optischen Komponente ganz zu schweigen: Nicht ohne Grund sind die Siegerhäuser beim Wettbewerb „100 schöne Häuser“ in diesem Jahr drei Häuser mit Steildach.

? Wie lauten nun Ihre Pläne für die Zukunft, wie sehen Ihre Dachvisionen aus?

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Wir haben drei ganz klare Ziele: das Steildach weiter als die absolute Nummer 1 am Dach zu etablieren, zweitens vor allem bei jungen Häuslbauern mit tollen Referenzobjekten Lust auf ein geneigtes Dach zu machen und drittens gemeinsam mit meinem Team moderne und spürbare Kommunikations- sowie Lobbyingarbeit für die beliebteste Dachform in Österreich zu machen.

Zur Person

Franz Kolnerberger begann seine berufliche Laufbahn 1992 bei Wienerberger Frankreich.
Dort entwickelte und leitete der 51-Jährige die Dachexportabteilung von Koramic bis zum Jahr 2005. Anschließend wechselte er in die Konzernzentrale nach Wien, wo er die Leitung des internationalen Produktmanagements für die Bereiche Dach und Fassade innehatte. Seit Februar 2016 ist er Vorstand der Tondach Gleinstätten AG und Geschäftsführer Vertrieb der Wienerberger Österreich GmbH.

_kl