Es geht noch höher

Ein Rückblick auf das 24. Internationale Holzbau-Forum

21.12.2018 – Von 5. bis 7. Dezember öffnete das Kongresszentrum Garmisch-Partenkirchen zum letzten Mal seine Tore für das Internationale Holzbau-Forum (IHF). An drei Tagen durften die Veranstalter rund 1850 Teilnehmer zur Leitveranstaltung des europäischen Holzbaus begrüßen. Neben herausragenden Ingenieurholz- und Hochhausprojekten in Holz waren Modulbau, Industrie 4.0 sowie die Digitalisierung im Handwerk zentrale Themen.

© Günther Jauk
© Günther Jauk

Eng war es Anfang Dezember im Kongresszentrum von Garmisch-Partenkirchen. An drei aufeinander folgenden Tagen drängten sich zwischen den hochkarätigen Vorträgen rund 1850 Besucher um die 120 Stände der Aussteller. Auf den Bühnen und im Auditorium fanden sich Handwerker, Ingenieure, Architekten sowie Holzindustrielle und Wissenschaftler. Ein breites Publikumsfeld mit oft unterschiedlichen Interessen, denen die Veranstalter mit drei parallel laufenden Themenblöcken Rechnung trugen.

Bereits bei der Begrüßung sprach Prof. Dr. h. c. Heinrich Köster von der Technischen Hochschule Rosenheim den demografischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel als zentrale Herausforderungen der Branche an. Mit den Vortragsreihen „Systemintegration in Logistik und Prozesse“ sowie „Digitalisierung im Handwerk“ lieferte das IHF konkrete Lösungsansätze und futuristische Überlegungen, wie man seine Mitarbeiter künftig noch besser einsetzen kann. Michael Heil, vom eBussiness-KompetenzZentrum, Kaiserslautern, berichtete von digitalen Assistenzsystemen, die zu den vier Säulen der Digitalisierung im Handwerk zählen. Konkret geht es dabei etwa um kontextsensitive, multimodale Mensch-Technik-Schnittstellen. Dabei erkennt eine Google-Brille beispielsweise eine Maschine und gibt dem Mitarbeiter bestimmte Handlungsmöglichkeiten vor. Das vom Vortragenden als reine „Assistenz und Lernhilfe“ gepriesene System erweckte im Auditorium nicht nur zustimmende Gesichtsausdrücke.

Wie hoch ist hoch genug?

Nicht zu kurz kam in Garmisch natürlich die Präsentation herausragender Gebäude in Holz. Neben internationalen Ingenieurholzobjekten, wie dem Mactan Cebu International Airport auf den Philippinen oder der Whiskydestillerie Macallan in Schottland, lag der Fokus auf aktuellen Hochhäusern in Holz. Pirmin Jung berichtete vom Projekt Suurstoffi BF1 Rotkreuz – einem 60 m hohen 15-Geschosser in Hybridbauweise, Rune Abrahamsen vom Bau des 84 m hohen Mjøstårnet in Norwegen. Der 18-Geschosser ist derzeit das höchste Holzhochhaus der Welt. Im Themenblock „Bemessen und Konstruieren von Holz(hoch)hausbauten“ versuchte man zudem, die Grenzen des mehrgeschossigen Holzbaus auszuloten. Trotz einiger Hindernisse, wie etwa der geringen Masse, Längs- und Schubsteifigkeit von Holz, sehen Experten die maximale Höhe insbesondere von Holzhybriden noch lange nicht erreicht. Der oftmals begrenzende Faktor bei derartigen Leuchtturmprojekten ist in der Regel nicht die technische, sondern viel mehr die wirtschaftliche Seite.

Verdiente Ehrungen

Wie bereits in den Jahren zuvor, durften auch 2018 die Ehrungen von Persönlichkeiten, die sich beispielhaft für das Holz im Bauwesen eingesetzt haben, nicht fehlen. Aus dem Bereich Forschung wurde Prof. Dr. Matti Kairi von der Aalto Universität, Helsinki/FI, geehrt. „Mr. Kerto“ widmete einen Gutteil seiner beruflichen Laufbahn der Entwicklung und Markteinführung von Kerto-Furnierschichtholz. Der hochleistungsfähige Holzwerkstoff ist heute weltweit bei konstruktiven Holzbauten im Einsatz. Ebenfalls geehrt wurde Werner Ecker. Der Techniker und Zimmermann gilt als einer der Väter der Brettsperrholzidee und Gründer das Unternehmens Ligno.

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