Jahresrückblick 2018

Zahlen und Fakten belegen, was Branchenkenner wissen

08.01.2019 – Die Holz verarbeitende Industrie floriert. Neben gestiegenen Umsatz- und Produktionszahlen spiegelt sich dies auch in der Investitionslaune vieler Betriebe wider. Aber nicht nur in BSP-Kapazitäten, sondern auch in Sägetechnik und Weiterverarbeitung wurde und wird weiterhin kräftig investiert.

© Stora Enso
© Stora Enso

Mit jährlichen Wachstumsraten jenseits der 10 %-Marke legt die mitteleuropäische Brettsperrholz-Branche produktionsmäßig weiterhin kräftig zu. 2017 stieg der Ausstoß in der DACH-Region, in Tschechien und Italien um 15 % auf 690.000 m3, 2018 kletterte die Produktion um weitere 13 % auf 770.000 m3 nach oben. Die Zunahmen ergeben sich in erster Linie aus Produktionssteigerungen beinahe aller großen Hersteller. Darüber hinaus traten mit der Johann Pabst Holzindustrie, Zeltweg, und Best Wood Schneider Eberhardzell/DE – beide produzieren seit 2018 1,25 m breites BSP – zwei weitere Hersteller in den Markt ein.

Noch steiler dürfte die Wachstumskurve in den kommenden Jahren ausfallen: 2019 gehen die Derix-Gruppe in Westerkappeln/DE und Schilliger Holz in Küssnacht/CH mit neuen, großen Fertigungslinien an den Start. Darüber hinaus beginnt die Pfeifer Group mit einem 100.000 m3-Standort in Schlitz/DE mit der BSP-Produktion. Für 2020 hat die Johann Offner-Unternehmensgruppe die Eröffnung eines zweiten KLH-Standortes in Wiesenau bei Bad St. Leonhard angekündigt. Im Endausbau möchte man dort 150.000 m3/J BSP fertigen. In Summe käme KLH dann, wie Binderholz und Stora Enso, auf 270.000 m3/J. Binderholz wird diese Zahl mittels einer zweiten Ausbaustufe in Burgbernheim, Stora Enso eines dritten Standorts im schwedischen Gruvön erreichen. Darüber hinaus kündigte die Osttiroler Holzindustrie Theurl den Bau einer BSP-Fertigung am Kärntner Standort Steinfeld an. Die Inbetriebnahme ist ebenfalls für 2020 anberaumt – über den geplanten Ausstoß gibt es noch keine offizielle Auskunft.

Wachstum bei Sägewerken

Der guten Wirtschaftslage entsprechend legte 2018 der Jahreseinschnitt der österreichischen Sägewerke über 50.000 fm/J ebenfalls deutlich zu. Laut Holzkurier-Erhebung stieg der Output gegenüber dem Vorjahr um knapp 7 % auf 14,4 Mio. fm. Dass die gute Konjunktur für Österreichs Sägeindustrie anhalten könnte, ist aus den Planzahlen für 2019 zu erkennen. Viele Betriebe gehen von einer Einschnittsteigerung aus. Allen voran die Holzindustrie Maresch mit einem erwarteten Plus von 100.000 fm auf 1,3 Mio. fm/J. Den verhältnismäßig größten Zuwachs plant Holz Hahn. Das Waldviertler Unternehmen investierte in den vergangenen Jahren 15. Mio. € in einen Sägewerksneubau samt Rundholzplatz und möchte heuer 80.000 fm einschneiden. Die Hälfte davon ist für die eigene Weiterverarbeitung vorgesehen – der Rest für den freien Markt. In Frankenmarkt investiert die Holzindustrie Stallinger 30 Mio. € – vornehmlich in eine Profilierline für Bloche mit bis zu 60 cm Zopfdurchmesser. Nach dem Start im ersten Halbjahr soll der Jahreseinschnitt bei 500.000 fm Fichte, Tanne und Kiefer liegen. 2020 dürfte dann der Ausbau des Hasslacher Norica Timber-Standorts Preding abgeschlossen sein. Die Holzindustrie investiert 30 Mio. € in den steirischen Standort, wodurch ein Einschnitt von bis zu 600.000 fm/J möglich wird. Derzeit liegt die Menge bei etwa 250.000 fm/J.

Darüber hinaus steht ein weiterer Sägewerkneubau in (Ober-)Österreich im Raum. Das Unternehmen ist am Planen, ein Grundstück sei bereits vorhanden. Eine definitive Entscheidung sei aber bis jetzt noch nicht gefallen. Es fehle unter anderem die Baubewilligung. Aufgrund der guten Auftragslage der Maschinenlieferanten scheint ein Start 2019 aber unwahrscheinlich.

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