Gold für Holz

Bei der FIS Nordischen Ski WM in Seefeld wurden nachhaltige Holzlösungen präsentiert

28.02.2019 – Alles, was heute aus Materialien auf fossiler Basis hergestellt wird, kann morgen aus Holz produziert werden. Wie erneuerbare Lösungen etwa bei großen Sportveranstaltungen nachhaltig eingesetzt werden können, sahen die Besucher der FIS Nordischen Ski WM an verschiedenen Beispielen.

Eco Pavilion von Stora Enso bei der FIS Nordischen Ski WM 2019 in Seefeld – Innenansicht. © Dajoha
Eco Pavilion von Stora Enso bei der FIS Nordischen Ski WM 2019 in Seefeld – Innenansicht. © Dajoha

Ausstattung komplett aus Holz

Die Bandbreite innovativer und umweltfreundlicher Lösungen reichte von Holzfaser basiertem Besteck an Verpflegungsständen über 100% recycelte Becher bei diversen Getränkeausgaben bis hin zu Stadion-Trompeten aus Holzfasern, um die Athleten anzufeuern, sowie eigens errichteten Holzbauten für Ausstellungen und den Gästebereich. Erstmals bei einer Weltmeisterschaft waren auch Start- und Zielschranken, Tribüne und Hintergrundverkleidungen aus Holz. Denn bisher kamen bei ähnlichen Großveranstaltungen stets Aluminiumrahmen und bedruckte Textilien zum Einsatz. Auch der Tower an der Loipe für die Kommentatoren wurde in Holzbauweise errichtet und dient nach der WM als Aussichtsplattform für Besucher.

„Wir freuen uns sehr, die FIS Nordische Ski WM bereits zum zweiten Mal als Sponsor und zum dritten Mal überhaupt begleiten zu dürfen“, weiß Stora Enso CEO Karl-Henrik Sundström. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Helsinki zeichnet für den zahlreichen Holzeinsatz verantwortlich.

Nachhaltigkeit zum Anfassen: Besteck und Fan-Trompeten zum Anfeuern aus Holzfasern. © Dajoha
Nachhaltigkeit zum Anfassen: Besteck und Fan-Trompeten zum Anfeuern aus Holzfasern. © Dajoha

Eco Pavillon wird zum Tennisstüberl

Eines der Höhepunkte bei der Ski WM und Blickfang war der Eco Pavillon. Ein Gebäude aus Holz, das während der WM als Showroom des finnischen Unternehmens diente. Außerdem gilt es als Pilotprojekt für die Zukunft des Gebäudemanagements: Mittels Sensoren im und am Gebäude ist es möglich, die unmittelbaren Konditionen des Gebäudes in punkto Luftfeuchtigkeit, Innenraumdruck, Temperatur und CO2-Emissionen zu messen.

Das alte Tennisstüberl wurde durch einen modernen, von sps Architekten aus Thalgau geplanten Holzbau ersetzt und steht auch nach der WM wieder als solches der Gemeinde Seefeld zur Verfügung. Im Obergeschoss werden Umkleiden und Sanitärräume eingerichtet, im unteren Bereich kommen eine Küche sowie ein Restaurantbereich hinzu. Der lokale Tennisverein wird am 1. Mai einziehen.

Holz, wohin das Auge reicht: Der Pavillon wurde von sps Architekten aus Thalgau entworfen. © Dajoha
Holz, wohin das Auge reicht: Der Pavillon wurde von sps Architekten aus Thalgau entworfen. © Dajoha
Sämtliche Holzwerkstoffe im Inneren des Pavillons stammen von Stora Enso. © Dajoha
Sämtliche Holzwerkstoffe im Inneren des Pavillons stammen von Stora Enso. © Dajoha

Details zum Eco Pavillon:

  •  CLT (Cross Laminated Timber) von Stora Enso: alle Wandelemente, die großteils sichtbar geblieben sind, Zwischenboden, Decken
  •  LVL (Laminated Veneer Lumber) aus Varkaus: LVL ist mehrfachverleimt, wird für Säulen und Balken verwendet. Im Untergeschoss sind Deckenpaneele und Bänke aus LVL.
  • Thermoholz aus Uimaharju, Finnland: Fassade ist aus Thermokiefer und damit besonders wetterbeständig.
  • Schindeln aus Lärchenholz stammen von einem lokalen Produzenten aus Tirol.
  • Bodenverkleidung aus dreilagigen Naturholzplatten von Tilly. Nach der WM werden Fliesen verlegt.
Der Pavillon von außen. © Dajoha
Der Pavillon von außen. © Dajoha

_bg / Quelle: Stora Enso