Richtfest für größten Holzbau Berlins

Der Rohbau von „Walden 48“ wurde Ende Februar fertiggestellt

28.02.2019 – Mit einem viel beachteten Richtfest wurde am 21. Februar nach nur knapp 10 Monaten Bauzeit die Fertigstellung des Rohbaus „Walden 48“ in der Berliner Landsberger Allee gefeiert. Das sechsgeschossige 60 m lange Holzmassiv-Wohngebäude stammt aus der Feder von ARGE Scharabi Raupach und soll volumenmäßig der größte Holzbau der deutschen Hauptstadt sein.

Das sechsgeschossige 60 m lange Holzmassiv-Wohngebäude unterstreicht einmal mehr die Bedeutung urbaner Holzarchitektur. © Rubner Holzbau
Das sechsgeschossige 60 m lange Holzmassiv-Wohngebäude unterstreicht einmal mehr die Bedeutung urbaner Holzarchitektur. © Rubner Holzbau
Ungewöhnliche Dimensionen bei Raumhöhen und -spannweiten prägen den Entwurf. © Scharabi Raupach
Ungewöhnliche Dimensionen bei Raumhöhen und -spannweiten prägen den Entwurf. © Scharabi Raupach
Die loftartigen Wohneinheiten des Holzmassivbaus werden durch Terrassen und Loggias ergänzt. © Scharabi Raupach
Die loftartigen Wohneinheiten des Holzmassivbaus werden durch Terrassen und Loggias ergänzt. © Scharabi Raupach

Das Grundstück „Walden 48“ mag für viele als Wohngegend nicht gerade einladend wirken. Auf der Vorderseite befindet sich mit der Landsberger Allee eine der lautesten Straßen Berlins, auf der Rückseite das umgewidmete Areal des evangelischen Friedhofs St. Georgen. Und obwohl die Lärmbelästigung mit 75 dB für einen Wohnungsbau eigentlich um einiges zu hoch wäre, leistet der Holzneubau selbst einen ausgezeichneten Schallschutz. Denn der Straßenlärm wird fast gänzlich von der hölzernen, zweischichtig-hohlraumgedämmten Schieferfassade absorbiert. Auf der Südseite, die sich zum parkähnlichen Friedhofsgelände öffnet, weisen tiefe Balkone ins Grüne, wobei die komplette Fassade mit einer unbehandelten Lärchenholzschalung ausgeführt wird.

© Scharbi Raupach
© Scharbi Raupach

Baustoff Holz beeindruckt mit seiner Leistungsfähigkeit

„Individuelle Großbauten aus Holz sind unsere Kernkompetenz“, erklärt Projektleiter Manuel Eder von Rubner Holzbau. Das Südtiroler Unternehmen lieferte das Material für den konstrutktiven Holzbau. Architekt Farid Scharabi: „Holz ist unsere Mission. Als Architekten sehen wir uns in der gesellschaftlichen Verantwortung, umweltschonend und zukunftsfähig gerade im städtischen Kontext zu bauen.“

Individuelle Wohneinheiten und sichtbares Holz

„Walden 48“ mit seinen sechs Geschossen, einer Fahrradtiefgarage, Gemeinschaftsflächen und insgesamt 5.500 m2 Bruttogeschossfläche besteht aus Massivholzwänden mit Holzbeton-Verbunddecken. Die drei Fahrstuhlkerne, sowie sämtliche Treppenläufe und dazugehörigen Treppenpodeste werden ebenfalls in Massivholz ausgebildet. Lediglich die Treppenhäuser wurden in Stahlbeton errichtet. Die mit 13 m Tiefe angelegten Wohneinheiten wurden durch Deckenspannweiten von 7,20 m ohne Stützen realisiert. Die loftartigen Wohnungen bieten den Bewohnern den größtmöglichen Gestaltungsspielraum. Bei den tragende Wände und Deckenunterseiten wird Holz sichtbar bleiben.

„Ein Holzgebäude der Größenordnung von Walden 48 ist bis dato einzigartig für Berlin“, behaupten die Projektverantwortlichen. „Es unterstreicht die Bedeutung der Hauptstadt als Zentrum innovativer städtischer Holzarchitektur.“

bg / Quelle: Rubner Holzbau