Forscher erarbeiten neue Hybridbauweise 

Hochschule Augsburg untersucht Konstruktionen aus Holz und Calciumsulfat

05.03.2018 – Das Institut für Holzbau an der Hochschule Augsburg hat in Zusammenarbeit mit zwei Industriepartnern eine Projektidee entwickelt, welche klassische Deckenbauweisen mit dem Baustoffen Zement und Stahl durch leistungsfähige und ökologische Hybridkonstruktionen aus Holz und Calciumsulfat ersetzen soll.

Durch die ökologische Substitution von Zement und Stahl soll die Ressourceneffizienz und CO2-Bilanz der zukunftsträchtigen Hybridbauweise verbessert werden. © Hochschule Augsburg
Durch die ökologische Substitution von Zement und Stahl soll die Ressourceneffizienz und CO2-Bilanz der zukunftsträchtigen Hybridbauweise verbessert werden. © Hochschule Augsburg

Das Projekt unter dem Titel „Optimierung der Holz-Beton-Verbundbauweise durch Verwendung natürlicher und ökologischer Werkstoffe“ wird ab Juli vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) im Rahmen des Projektverbunds „ForCYCLE II“ für 36 Monate finanziert. Mit der Holz-Beton-Verbundbauweise (HBV) – bei der Holz an der Unterseite (Zugzone) und Beton an der Oberseite (Druckzone) im Verbund zusammen wirken – können im Vergleich zu üblichen Holzdecken unter anderem höhere Spannweiten, ein günstigeres Schwingungsverhalten und ein besserer Brandschutz erreicht werden. Nachteilig sind dabei jedoch die Verwendung der Werkstoffe Zement als Bindemittel und Stahl als Bewehrungsmaterial, welche beide mit hohen CO2-Emmissionen verbunden sind. Ökologische Alternativen seien bisher nicht marktreif und auch noch nicht bauaufsichtlich für tragende Zwecke im Holz-Beton-Verbundbau zulässig, berichtet das Forscherteam.

© Hochschule Augsburg
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Gesamtziel des Projekts ist es deshalb, baupraktische und marktreife Lösungen für die Verwendung von natürlichen und ökologischen Werkstoffen im Bau von Geschossdecken in Holz-Beton-Verbundbauweise zu entwickeln. Laut Forscherteam sei hierfür das natürlich vorkommende Mineral Anhydrit bzw. Calciumsulfat als Bindemittel sowie (vorzugsweise biogene) Faserbewehrung vorgesehen. Dieses besitzt eine gute Recyclingfähigkeit. Weiterhin sei im Zuge der Forschungsarbeiten von Bedeutung, dass durch die Verwendung alternativer Baustoffe die Leistungsfähigkeit der HBV-Bauweise erhalten bleibt. Es sollen mindestens gleich hohe Tragfähigkeiten wie bei gängigen HBV-Decken mit Zementbeton erreicht werden. „Die bisherigen Untersuchungen waren von uns eher grobe Versuche. Aus diesem Grund sind wir mit ersten Ergebnissen eher zurückhalten“, so der wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Mikoschek. Erste Ergebnisse erwartet man im Sommer.

_bg / Quelle: Hochschule Augsburg