Europas größte Holzbausiedlung im Bau

Vom Atriumhaus bis zum Siebengeschosser – in München entstehen 600 Wohnungen

04.06.2019 – Der Münchner Stadtrat hat 2009 auf Initiative der Grünen beschlossen, auf dem Gelände der ehemaligen Prinz Eugen Kaserne in Bogenhausen eine ökologische Mustersiedlung mit 600 Wohnungen in Holzbauweise zu errichten. Nach einem Entwurf von GSP Architekten haben acht Bauherren, die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München, Baugemeinschaften und Baugenossenschaften Holzbauprojekte vom Atriumhaus bis zum siebengeschossigen Wohnungsbau entwickelt. Alle Projekte befinden sich im Bau und werden teilweise noch heuer fertiggestellt.

Mit etwa 570 Wohnungen entsteht die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Die Stadt hat dafür ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen. © Patricia Lucas
Mit etwa 570 Wohnungen entsteht die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Die Stadt hat dafür ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen. © Patricia Lucas

Führung mit rund 400 Teilnehmern

Die ökologische Mustersiedlung wurde kürzlich zahlreichen Interessierten im Rahmen einer zweistündigen Führung mit anschließender Podiumsdiskussion vorgestellt. Dabei erläuterte man die verschiedenen Bauweisen vom reinen Holzbau über Hybridbauweisen mit Stahlbetontreppenhäusern bis hin zu Stahlbetonskelettbauten mit Holzfassaden anschaulich an den Projekten erläutert. Die Mustersiedlung besteht aus acht individuellen Holzbauprojekten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Holzbau Netzwerk München. Das Netzwerk, vergangenes Jahr von den Architekten Thomas Kapfer und Ulf Rössler sowie dem Immobilienentwickler Andreas Lerge gegründet, engagiert sich für die Förderung des Holzbaus in München.

Die Siedlung besteht aus acht individuellen Holzbauprojekten, die sich alle bereits im Bau befinden. © Patricia Lucas
Die Siedlung besteht aus acht individuellen Holzbauprojekten, die sich alle bereits im Bau befinden. © Patricia Lucas

Qualitätssicherung Holzbauweise

Die Qualitätssicherung der Holzbauweise wird über ein Beratungskonzept abgesichert. Die Bauherren haben sich zu einem integrierten Planungsansatz mit allen an der Planung und Umsetzung des Vorhabens beteiligten Fachleuten und Unternehmen verpflichtet, heißt es vonseiten der Stadt. Erst dann würden  die wesentlichen Vorteile der Holzbauweise wie eine verkürzte Bauzeit, Kostensicherheit und die gewünschte Ausführungsqualität zur Geltung kommen. Zudem müssen die verwendeten Holzbaustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung oder aus der Region stammen. Ein speziell eingerichtetes Ratgeber-Gremium mit vier anerkannten Experten berät in Sachen Brand- und Schallschutz sowie Statik im mehrgeschossigen Holzbau.

Die Projektbeteiligten: Gerda Peter, Ulf Rössler, Heide Rieke Ulrike Klar, Herbert Danner und Andreas Lerge im Rahmen der Veranstaltung (v. li.). © Patricia Lucas
Die Projektbeteiligten: Gerda Peter, Ulf Rössler, Heide Rieke Ulrike Klar, Herbert Danner und Andreas Lerge im Rahmen der Veranstaltung (v. li.). © Patricia Lucas

Beitrag zum Klimaschutz

Die hohen Holzanteile, die in den Gebäude verbaut werden, tragen erheblich zum Klimaschutz bei. Insgesamt werden etwa 13.000 t Kohlendioxid langfristig gespeichert. Gegenüber der mineralischen Bauweise können durch die Holzbauweise je nach Holzanteil zirka 30 bis 60 % der klimaschädlichen Emissionen substituiert werden.

_bg / Quelle: Holzbau Netzwerk München