UNO integriert Holzbau in ihre Pläne

Autarkes Minihaus stellt konventionelle Bauweisen in Frage

30.07.2018 – Die UNO-Umweltbehörde UNEP konzipierte gemeinsam mit der YALE-Universität (Yale Center for Ecosystems in Architecture)  sowie Gray Organschi Architecture ein 22 m2 kleines Minihaus in Holzmassivbauweise. Es lässt sich vollständig mit erneuerbarer Energie betreiben und soll anregen, konventionelle Bauweisen zu hinterfragen.

Ein Prototyp, der weltweit Nachahmung finden soll: Kompakt, autark und in Holzbauweise. © David Sundberg/Esto
Ein Prototyp, der weltweit Nachahmung finden soll: Kompakt, autark und in Holzbauweise. © David Sundberg/Esto
Das Minihaus verfügt über eine kompakte, aber praktische Küche, eine Komposttoilette …
Das Minihaus verfügt über eine kompakte, aber praktische Küche, eine Komposttoilette …
… und eine Dusche. © David Sundberg/Esto
… und eine Dusche. © David Sundberg/Esto

„Der Wohnbausektor verbraucht 40% unserer gesamten Ressourcen und macht weltweit mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen aus“, warnt Erik Solheim, UNEP-Umweltchef. „Unser Minihaus soll eine öffentliche Diskussion anregen, wie nachhaltiges Design menschenwürdigen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und gleichzeitig den Klimawandel bekämpfen kann." Das Modul integriert deshalb Systeme zur Solargewinnung, Wasseraufbereitung und Luftreinigung. Die Fassade ist für die Bewirtschaftung mit Nutzpflanzen konzipiert. Diese soll bis zu vier Personen für 260 Tage ernähren können.

Über eine schmale Treppe gelangt man in den Schlafbereich. © David Sundberg/Esto
Über eine schmale Treppe gelangt man in den Schlafbereich. © David Sundberg/Esto

„Intelligenter“ Wohnraum gefragt

„Wir brauchen eindeutig mehr Wohnungen, aber das Wichtigste ist, dass wir auch ‚intelligente’ Wohnungen schaffen“, ist Solheim überzeugt. Deborah Berke, Dekanin der Yale School of Architecture, ergänzt: „Architektur muss sich der globalen Herausforderung des Wohnens stellen, indem sie wissenschaftliche und technische Fortschritte betreffend Energie- und Wasserversorgung sowie Materialwahl integriert.“

Den ersten Prototyp präsentierte man im Juli am Platz der Vereinten Nationen in New York. Künftige Module, die unter anderem in Kenia zum Einsatz kommen sollen, werden speziell auf lokale klimatische und kulturelle Kontexte eingehen und leichten Abänderungen unterzogen.

_kl / Quelle: Yale Universität