Holzbaubetriebe sind gut ausgelastet

Speziell in Sanierungen und Aufstockungen liege noch Potenzial

20.08.2018 – Seit Jahresbeginn befragt das Schwesternmagazin der holzbau austria, der Holzkurier, neben Sägewerken auch Forst- und Holzbaubetriebe nach ihrer Geschäftslage. Im Gegensatz zur Forstwirtschaft sind die Rückmeldungen aus dem Holzbausektor größtenteils positiv.

© StockSnap
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Über 80 % der Holzbaubetriebe melden für das 2. Quartal eine „gute“ Auftragslage. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies eine Zunahme um 20 Punkte. 16 % berichten von einer „zufriedenstellenden“ und 2 % von einer „schlechten“ Auftragslage im abgelaufenen Quartal. Im 3. Quartal erwartet der Großteil (80 %) der Holzbauunternehmen keine Veränderung dieser Situation. 2 % rechnen mit einer „Verschlechterung“ und 18 % mit einer Verbesserung der Auftragslage in den kommenden drei Monaten.

Sanierung als wichtiger Faktor

Potenzial sehen die Holzbaubetriebe in erster Linie in den Bereichen Sanierung/Renovierung/Zubau/Aufstockung/Erweiterung. In diesen Sektoren erwarten 39 % eine „Verbesserung“ der Auftragslage in der zweiten Jahreshälfte. 4 % gehen von einer „Verschlechterung“ und 51 % von „keiner Veränderung“ aus.

Im mehrgeschossigen Holzbau erwarten 27 % eine „Verbesserung“ der Auftragslage in den kommenden Monaten. Gut die Hälfte (53 %) rechnet mit „keiner Veränderung“ und 4 % gehen von einer „Verschlechterung“ auf diesem Gebiet aus. Noch mehr Holzbaubetriebe (69 %) gehen im Ein- und Zweifamilienhausbau von „keiner Veränderung“ der Auftragslage im kommenden Halbjahr aus. 22 % sind von einer „Verbesserung“ und 2 % von einer „Verschlechterung“ der Auftragssituation überzeugt.

Holzbauanteil legt weiter zu

Die gute Auftragslage wird auch von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister bestätigt. Im Lagebericht 2018 rechnet man heuer mit einem Umsatzplus von 3,5 % auf 7,2 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr. Während die Gesamtzahl der genehmigten Wohngebäude in der Bauwirtschaft 2017 auf 119.000 sank, wiesen die im Holzbau genehmigten Bauten eine Steigerung um 1,5 % auf 21.000 Einheiten auf. Als Treiber dieser Entwicklung sieht der Verband die zunehmende Leistungsfähigkeit und universelle Anwendbarkeit im Holzbau. Hinzu komme, dass sich das Informationsangebot der Branche in Hinblick auf Qualität und Umfang zunehmend steigere.

Steigende Preise erwartet

Bemerkenswert ist die Erwartungshaltung der Branche gegenüber den Einkaufspreisen. Seit Jahresbeginn rechnet der Großteil der Betriebe mit steigenden Preisen für Holzbauprodukte im kommenden Quartal. 57 % gehen derzeit von „steigenden“, 39 % von „stagnierenden“ und 4 % von „sinkenden“ Preisen im 3. Quartal aus.

An der vorliegenden Erhebung haben knapp 100 österreichische Unternehmen teilgenommen.

_gj / Holzkurier