Noch nicht am Ziel

Der neue Vereinsobmann der holzbau austria im Interview

20.08.2018 – Per 1. Juli trat Gerhard Kast die Obmannschaft des Vereins holzbau austria an. Ihm unterliegen also auch die Agenden des Magazins holzbau austria. Der burgenländische Landesinnungsmeister folgt damit Hermann Atzmüller, der diese Funktion aus beruflichen Gründen zurücklegte. Atzmüller bleibt als Bundesinnungsmeister Holzbau in Funktion. Was Kast als Vereinsobmann über die Branche und seine neue Aufgabe denkt, haben wir erfragt.

Gerhard Kast im Interivew. © Michael Reitberger
Gerhard Kast im Interivew. © Michael Reitberger

? Das Magazin holzbau austria versteht sich als Sprachrohr der Holzbaubranche und Informationsquelle für Holzbaubetriebe sowie die interessierte Allgemeinheit. Wie sehen Sie dessen Position?

! Der Verband vertritt die Interessen der österreichischen Betriebe und hat gegenüber diesen auch die Informationspflicht, was die nationale und europäische Normung betrifft. Er muss aber auch Hilfestellung bei anfallenden Problemen geben. Im Bereich Marketing besteht unsere Aufgabe darin, die Stärken des Holzbaus hervorzukehren – egal, ob bei Planern, Bauträgern, Investoren oder Politikern. Eine sehr wichtige Aufgabe, die wir mit dem Magazin holzbau austria über die Grenzen Österreichs hinaus absolut erfüllen.

? holzbau austria sieht sich also als lebendigen Ast der Marktbearbeitung, als Motor der Holzbaubranche – welche Erfolge sehen Sie?

! Durch die Publikation wird der Holzbau – neben der Verteilung an Holzbau-Meister, Architekten, Tragwerksplanern oder Ingenieuren – direkt zu den Entscheidungsträgern gebracht. Die Ambition, in Holz zu bauen, muss noch öfter direkt von der Bauherrschaft oder den Planern kommen. Dass wir mit dieser Strategie Erfolg haben, sieht man in den Zuwachsraten. Aber trotz der Erfolge sind wir noch lange nicht am Ziel. Wir müssen unsere Arbeit unbedingt fortsetzen.

? Wachstumschancen für den Holzbau sind derzeit ja absolut vorhanden. Wie kann man diese als Holzbaubetrieb noch aktiver nutzen?


! Wachstum fand in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich statt. Momentan gibt es durch den vorhandenen Wirtschaftsaufschwung noch zusätzliche Impulse. Trotzdem ist jeder Holzbaubetrieb aufgefordert, zusätzliche Leistungen anzubieten, bis hin zum Komplettanbieter. Das funktioniert am besten im Netzwerk aus Partnerbetrieben und Subunternehmen.

? Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang als Unternehmer mit einem 40-Mann-Betrieb das Thema Vorfertigung?

Die Vorfertigung ist mittlerweile nicht nur aufgrund der kurzen Bauzeiten unerlässlich, sondern auch zur Gewinnoptimierung unverzichtbar. In unserem Betrieb versuchen wir, eine vernünftige Bauweise, wo möglich mit Vorfertigung und wo notwendig mit Baustellenmontage, umzusetzen. Da wir mit unserem Unternehmen sehr regional tätig sind, führen wir daneben auch alle anfallenden Klein- und Sonderaufträge durch. Das ist zumindest für uns der richtige Weg.

? Der Holzbau ist in seinem Wachstum auch auf zuverlässige Zuliefererunternehmen angewiesen. Welche Rolle spielen jene?

Eine ganz erhebliche. Es kommt auf eine funktionierende Wechselbeziehung an, in der jeder den anderen braucht. Nicht umsonst verfügt der Verein holzbau austria über zuverlässige Leistungspartner, die heimische Spitzenprodukte herstellen. Wenn unsere Holzbaubetriebe erfolgreich sind, sind es unsere Leistungspartner auch und umgekehrt. Deshalb sind wir froh, dass wir diese fruchtbare Beziehung haben.

? Welche Tipps haben Sie für Kollegen, was zukünftige Herausforderungen betrifft – worauf soll man Acht geben?

Mein Rat an die Kollegen ist, offen für Neues zu sein. Den Anforderungen der Zeit zu folgen und bemüht zu sein, Aufträge mit höchster Genauigkeit auszuführen. Terminzuverlässigkeit und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis haben ebenfalls große Auswirkungen auf den Erfolg eines Betriebes. Ich denke, dann werden wir den Holzbau auch in Zukunft gemeinsam voranbringen.

_kl