Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg

Betonlobby wehrt sich, Holzindustrie freut sich

07.11.2018 – Des einen Freud, des anderen Leid – so könnte man den steigenden Holzbauanteil sehen. Eine angedachte Holzbauoffensive in Baden-Württemberg erhitzt die Gemüter nun zusätzlich. Während der DeSH nachwachsende Rohstoffe im geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) verankert sehen möchte, geht der Industrieverband Steine und Erden (ISTE) aktiv gegen den Holzbau vor.

© pixabay
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Peter Hauk, Agrar- und Forstminister Baden-Württemberg, setzt sich schon lange für den Baustoff Holz ein (wir berichteten): Mit einer Holzbauoffensive will er das Bauen mit Holz bei Landesgebäuden weiter vorantreiben. Gründe dafür seien vorrangig wirtschaftliche und klimapolitische Argumente. Neu- und Umbauten, aber auch Modernisierungen“ sollen deshalb „so weit wie möglich in moderner Holz- oder Holzhybridbauweise“ erstellt werden.

'Ökologische Aura' von Holz

Der ISTE sieht nun dadurch die Massivbauweise benachteiligt und bestreitet die ökologischen Vorteile von Holz. Der ISTE schreibt dazu: „Es geht um klare Defizite, die das Holz hat – von seiner ,ökologischen Aura’ über wirtschaftliche Nachteile beim bezahlbaren Bauen bis zu seiner bauphysikalischen Qualität. [...] Der Holzbau ist weder bei Herstellungs- noch Lebenszykluskosten günstiger als ein Mauerwerk oder Beton.“

Klimaschutz als zentrale Zukunftsaufgabe

Während der ISTE gegen diese Holzbauoffensive vorgeht, freut sich der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH): „Klimaschutz und Schaffung von Wohnraum sind zentrale Zukunftsaufgaben. Das Bauen mit Holz bietet nicht nur vielseitige technische Lösungen, sondern hat auch klimaschonende Eigenschaften und kann somit der gemeinsame Schlüssel für beide Ziele sein“, sagt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Im selben Zug werde die regionale Wertschöpfung gestärkt und ein wichtiger Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in der Stadt und am Land geleistet. Der Verband hofft nun, dass dieser Vorstoß als Vorbild dienen könne: „Die Länder und der Bund müssen sich fragen, ob sie die notwendigen Veränderungen im Gebäudebereich konsequent genug angehen“, mahnt Schmidt. 30% der Treibhausgase in Deutschland werden nach wie in diesem Bereich verursacht. Durch den Einsatz von Holz könnten allein die CO2-Emissionen im Bauwesen jährlich um 31 Mio. t gesenkt werden. Der DeSH möchte den Einsatz nachwachsender Rohstoffe bei staatlichen Bauvorhaben gerne im geplanten GEG bundesweit verankert sehen.

Der baden-württembergische Verband der Säge- und Holzindustrie (VSH) bewertet das Vorhaben der Landesregierung ebenso äußerst positiv, mit einer Holzbauoffensive den Baustoff Holz weiter nach vorne zu bringen und den nachwachsenden Rohstoff Holz mit seiner guten Ökobilanz angemessen zu würdigen.

_mn / Quelle: DeSH, VSH,
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