Ein-Raum-Hotel

Altbestand aus dem 17. Jahrhundert in Antwerpen glänzt wieder

29.11.2018 – Die Besitzer dieses winzigen weißen Hauses aus dem 17. Jahrhundert – in der Nähe des weltbekannten Museums MAS (Museum aan de Stroom) in Antwerpen – beschlossen ihr Eigentum in das kleinste Hotel der Stadt zu verwandeln. Dafür war es notwendig, den Bestandsbau behutsam zu sanieren und zu ergänzen. Heute trägt das historische Gebäude den Namen „One Room Hotel“, dessen Holzkonstruktion den Innenraum sichtbar dominiert.

Von außen mutet das weiß verputzte Haus an, als hätte es einen rechteckigen Grundriss. Tatsächlich ist dieser aber L-förmig. © Bart Gosselin
Von außen mutet das weiß verputzte Haus an, als hätte es einen rechteckigen Grundriss. Tatsächlich ist dieser aber L-förmig. © Bart Gosselin

Der Charme des geschichtsträchtigen Baus verzauberte ein Paar, das beim Besuch der Altstadt von Antwerpen zufällig über das Objekt stolperte. Es stand zum Verkauf, also schlugen sie zu. Um den maximalen Nutzen aus dem Gebäude zu ziehen, sollte es aber nicht nur als Ferienhaus für seine Besitzer dienen, sondern einen Doppelnutzen als luxuriöses Erlebnishotel für Gäste aus nah und fern erfahren.

Diese Skizze zeigt den L-förmigen Grundriss des Hauses. © Bart Gosselin
Diese Skizze zeigt den L-förmigen Grundriss des Hauses. © Bart Gosselin

An schmalster Stelle 2,4 m breit

Das Haus aus dem 17. Jahrhundert ist an seiner schmalsten Stelle 2,4m breit. „Tatsächlich war das Haus innen geräumiger, als man es von außen erwarten würde“, erklärt Tom Verschueren, Mitbegründer des Architekturbüros dmvA, das den Auftrag zum Umbau erhielt. Trotzdem stellten das Unterbringen aller nötigen Funktionen und die Sanierung Herausforderungen dar. „Zuerst hatte ich Bedenken, solch einen historischen Bestand zu sanieren, ohne dabei die historischen Elemente maßgeblich zu verändern.“

Ausnehmungen im Boden lassen Licht durch die Geschosse strömen. © Bart Gosselin
Ausnehmungen im Boden lassen Licht durch die Geschosse strömen. © Bart Gosselin
Eine weiße Holztreppe zieht sich bis hinauf zur Terrasse. © Bart Gosselin
Eine weiße Holztreppe zieht sich bis hinauf zur Terrasse. © Bart Gosselin

Holztragwerk blieb erhalten

Alle Originalteile des Gebäudes, wie die Holzbalken und -wände, wurden sorgfältig saniert und weiß gestrichen. Alle Ergänzungen in Holz – einschließlich der massiven Haustür, der Treppe und Terrasse – sind naturbelassen, um den Unterschied zwischen alt und neu deutlich zu machen. Der Kontrast in Farbe und Materialität betont die Synergie zwischen Bestand und zeitgenössischer Architektur. Das schafft eine ruhige, warme und zeitlose Atmosphäre.

Große Spiegel tauchen in jedem Geschoss auf – sie verhelfen den Räumen dazu, etwas größer zu wirken. © Bart Gosselin
Große Spiegel tauchen in jedem Geschoss auf – sie verhelfen den Räumen dazu, etwas größer zu wirken. © Bart Gosselin

Historisches Wohnen

Von außen mutet das weiß verputzte Haus an, als hätte es einen rechteckigen Grundriss. Dieser ist aber tatsächlich L-förmig. Einen Raum hinter dem Eckhaus fügte man später hinzu. Dieser dient zur Unterbringung von Servicefunktionen. Der historische Teil ist dem Wohnen gewidmet. Nur ein Doppelzimmer und Nebenräume verteilen sich auf drei Geschosse. Mit Ausnehmungen des Holzbodens schafften es  die Architekten, dass man durch die einzelnen Geschosse hindurchblicken kann. Das lässt den Innenraum größer wirken. Das offene Treppenhaus führt wie eine architektonische Promenade durch das Haus und endet auf einer Terrasse.

Eine Terrasse krönt das besondere Antwerpener Stadtdomizil. Über drei Etagen gelangt man per Holztreppe dorthin. © Bart Gosselin
Eine Terrasse krönt das besondere Antwerpener Stadtdomizil. Über drei Etagen gelangt man per Holztreppe dorthin. © Bart Gosselin

Projektdaten

Standort: Antwerpen, BE
Fertigstellung: 2015
Architektur:
dmvA
Nutzfläche: 103 m2

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