Holzbau für die Zukunft

Ein Artikel von Raphael Zeman | 25.07.2019 - 17:01

Der BDA prangert die Tatsache an, dass sich zwar 185 der 197 am Pariser Klimaschutzabkommen teilnehmenden Länder zu einer Reduktion der Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius bekannt, jedoch nur 16 dieser Länder konkrete Maßnahmen definiert haben. Jene 16 wollen dies vorrangig durch den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf regenerative Energien erreichen. Auch scheint die Androhung von finanziellen Strafen kein probates Mittel zu sein, um einen klimaschonenderen Kurs zu erreichen. Weiters kritisiert das Positionspapier die international mangelnde Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und finanzielle Interessen hintanzustellen.

Bauen mit Holz umfassend etablieren

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Nun sieht sich der BDA verpflichtet, mit mutigem und klarem Handeln voranzuschreiten, zumal eine Studie des Weltklimarates (IPCC) bereits 2014 verdeutlichte, dass in Industrieländern bis zu 40 % der Treibhausgasemissionen durch Gebäude und Gebäudetechnik verursacht würden. Darüber hinaus tragen Bauen und Wohnen 60 % zum Gesamtenergieverbrauch sowie 40 % zum Gesamtmüllaufkommen bei. Auch die Problematik des Sandverbrauches zur Betonherstellung wird angesprochen, denn dadurch würde die Zerstörung des natürlichen Küstenschutzes vorangetrieben. Also fordert man lautstark, das Bauen mit Holz umfassend zu etablieren und vor allem zu fördern.

„Es ist keine Lösung, schlecht gedämmte Häuser in Korsagen aus Styropor-Dämmplatten zu zwängen. Derart unsinnige Baustoffe werden aus Rohölprodukten hergestellt und müssen eines Tages als Sondermüll teuer entsorgt werden“, so das Positionspapier. Im Gegenteil sollen Gebäude selbst zum Kohlendioxidspeicher werden. Es brauche eine ganzheitliche Betrachtung aller baulichen Maßnahmen von der Planung bis zur Wiederverwertung aller Komponenten – eine Aufgabe, die auch bei den Architekten und Stadtplanern läge.

Öffentliche Hand soll zum Umdenken animieren

Eine wichtige Rolle werde laut BDA auch der öffentlichen Hand zuteil, die beispielhaft zum Umdenken beitragen solle. Einerseits mit Verwaltungs- und Kommunalbauten sowie gefördertem Wohnbau in Holz und andererseits durch die Anerkennung eines Bildungsauftrages nach dänischem Vorbild. Dort seien Architektur und Design bereits in der Volksschule Teil des Lehrplans. „Es muss selbstverständlich sein, das Leben und Wohnen in den Städten der Zukunft ressourcen- und klimaschonend zu gestalten. Der Weg in eine postfossile, Postkonsumgesellschaft ist für die kommenden Generationen überlebenswichtig.“

Den Ernst der Lage erkennen

Das Positionspapier weist außerdem darauf hin, dass die Voraussetzungen für mehrgeschossigen Holzbau vollends gegeben und die Anforderungen an den Brandschutz gewährleistet seien. Man appelliert an die Akteure aus Politik, Architektur, Planung, Bauherrschaft, Forschung, Holz- und Bauwirtschaft, den Ernst der Lage zu erkennen, und sich ohne spekulative, gewinnorientierte Interessen zu vernetzen – zum Wohle aller bestehenden und noch folgenden Generationen.

Quelle: Bund Deutscher Architekten