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Der Woodscraper wird Deutschlands erstes Cradle-to-Cradle-Hochhaus.  © Partner und Partner

Update

Woodscraper Wolfsburg sollen 2027 fertiggestellt werden

Ein Artikel von Birgit Fingerlos und Birgit Gruber | 23.06.2026 - 12:46
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Woodscraper: Die Verbindung der Holzelemente erfolgt präzise und metallfrei über das selbstspannende X-fix-System. © Grau Visuals/X-Fix Wood Connector

|UPDATE vom 23.06.2026|

Als das Projekt Woodscraper im Jahr 2018 vorgestellt wurde, galt es als visionäres Beispiel für nachhaltigen Wohnungsbau. Inzwischen haben die Planungen für die beiden Holzhochhäuser im Stadtquartier Hellwinkel in Wolfsburg konkrete Formen angenommen. Die Fertigstellung der Gebäude ist für 2027 vorgesehen.

Die beiden nahezu identischen Wohnhochhäuser werden jeweils zwölf Geschoße umfassen und insgesamt 106 überwiegend barrierefreie Wohneinheiten bieten. Neben den Wohnungen sind gemeinschaftlich nutzbare Dach- und Freiflächen sowie ein Café im Erdgeschoß geplant. Darüber hinaus soll ein Teil der Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zu niedrigen Mieten angeboten werden.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verwendung von Holz als zentralem Baustoff. Die Gebäude werden in Holzhybridbauweise errichtet. Bauherr des Projekts ist die GLS Bank. Entworfen wurden die Woodscraper vom Berliner Architekturbüro Partner und Partner. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Krebs. Für die Produktion und Montage der Holzelemente zeichnet die Holzunion verantwortlich. Die Brettschichtholz-Stützen und -Träger stammen von der Hasslacher-Gruppe, die Brettsperrholz-Decken von Stora Enso.

Ein besonderes Merkmal der Gebäude ist ihre konsequente Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft und Wiederverwendbarkeit. Die Konstruktion wurde so entwickelt, dass die eingesetzten Materialien nach Ende der Nutzungsdauer möglichst sortenrein getrennt und wiederverwendet werden können. Damit knüpft das Projekt an die bereits 2018 formulierten Cradle-to-Cradle-Prinzipien an. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Verbindungssystem X-fix. Die patentierte Holz-Holz-Verbindung funktioniert nach dem Doppelschwalbenschwanz-Prinzip und kommt ohne Metallteile aus. Dadurch lassen sich Bauteile schneller montieren, einfacher demontieren und für spätere Bauvorhaben wiederverwenden.


|ORIGINALARTIKEL vom 18.01.2018|

Im deutschen Wolfsburg sollen zwei Exempel für umweltbewusstes Bauen statuiert werden. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt Woodscraper besteht aus zwei Holzhochhäusern, deren Errichtung auf dem Grund einer ehemaligen Kleingartensiedlung im Stadtteil Hellwinkel geplant ist. Beide Baukörper werden sich nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Partner und Partner über jeweils zwölf Stockwerke erstrecken und 90 Wohneinheiten integrieren. Die Ausformung der Wände und Decken ist in Brettsperrholzbauweise vorgesehen. Der Gebäudekern inklusive Stiegenhaus soll betoniert werden.

Den Ansprüchen des sehr speziellen Förderpartners folgend räumen die Architekten bei ihrer Planung dem Ökofaktor des Projekts besonderen Stellenwert ein. So versucht man, die Haustechnik so einfach wie möglich zu gestalten – im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude sollen 28% weniger Elektrotechnik verbaut werden. Durch intelligente Planung sowie eine ausgefeilte Baukonstruktion und Heiztechnik will man zudem 25% des Energieaufwands einsparen.

Die größte Neuheit am Woodscraper-Konzept sei aber die Wiederverwendbarkeit der Baustoffe. Die Holzhochhäuser seien die ersten Gebäude ihrer Art, die nach den „Cradle to Cradle“-Prinzipien entwickelt werden, heißt es auf baunetz.de. Man will die zum Einsatz kommenden Rohstoffe so verwenden, dass sie nach der Nutzungsdauer der Gebäude wieder demontiert werden können.

Quellen: baunetz.de, woodscraper.de