Sägeindustrie fordert bessere Rahmenbedingungen

Ein Artikel von Birgit Gruber | 04.09.2026 - 10:35

Die Holzmesse in Klagenfurt ist noch bis zum 5. September der Branchentreffpunkt für die österreichische Säge- und Holzindustrie. Beim Holztag am 4. September blickte die österreichische Sägeindustrie verhalten auf die kommenden Monate. Die Nachfrage im Hochbau bleibt schwach, gleichzeitig belasten hohe Kosten und zusätzliche Regulierungen die Unternehmen. „Diese Kombination belastet die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, sagt Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie.

Auch der Holzhandel spürt die anhaltende Baukrise. Während sich der Rundholzhandel positiv entwickelt, bleibt die Nachfrage nach verarbeitetem Holz für den Bau niedrig. Für 2026 erwartet der Vorsitzende des österreichischen Holzhandels, Franz Teuschler, daher „geringere Umsätze und Margen“.

Weniger Bürokratie, mehr Holz

Die Branche fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und eine Entlastung bei bürokratischen Vorgaben. Kritik gibt es insbesondere an der zunehmenden EU-Regulierung. „Bürokratie auf Wiedervorlage ist kein Bürokratieabbau“, betont Schmölzer. Gleichzeitig unterstreicht die Sägeindustrie die Bedeutung von Holz für den Klimaschutz. Aktive Waldbewirtschaftung und eine stärkere Holzverwendung sollen dazu beitragen, CO₂ langfristig zu binden und klimafitte Wälder zu entwickeln. „Die Sägeindustrie hat ein elementares Interesse an gesunden, vitalen und wachstumsfähigen Wäldern“, so Schmölzer.

Auch bei der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sieht die Branche trotz Verbesserungen Ende 2025 weiterhin zusätzlichen Aufwand. „Bei der Umsetzung brauchen wir Pragmatismus statt Perfektionismus“, fordert Teuschler. Die österreichische Sägeindustrie umfasst mehr als 1000 Betriebe, beschäftigt rund 10.000 Menschen und erzielte 2025 einen Produktionswert von rund 3,1 Mrd. €.

Quelle: Fachverband der Holzindustrie Österreichs