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Die Besten des Bundeslehrlingswettbewerbs in Großgmain (v. li.): Der Zweitplatzierte Wilm Schöne-Warnefeld, Sieger Andreas Peham und der Drittplatzierte Lukas Kaiser;  © Fritz Klaura

Oberösterreicher gewinnt Bundeslehrlingswettbewerb

Ein Artikel von Redaktion | 03.07.2017 - 15:29


Die Aufgabenstellung zum heurigen Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer in Großgmain am 23. und 24. Juni war nicht die Einfachste. Zwei schräge Ortgänge, aufgeklaute, in der Fläche liegende Schifter einer Gaupe mit ungleichen Dachneigungen und einer steigenden Firstpfette verlangten den Teilnehmern alles ab. Die Stockerplätze holten sich zwei Oberösterreicher und ein Vorarlberger. 

Die Vorbereitungszeit zum heurigen Wettbewerb war für viele Teilnehmer aus den Bundesländern sehr kurz. In den meisten Berufsschulen führt man den dritten Jahrgang zum Ende des Schuljahres. So hat man die Ausscheidungswettkämpfe in den Bundesländern erst vor zwei, drei Wochen abhalten können und dann, sofern es die Umstände erlaubten, intensiv geübt. Einer der Teilnehmer meinte, so eine komplizierte Aufgabe habe er noch nie zuvor bearbeitet. „Diese zwei Tage mußte ich viel spekulieren, um überhaupt zu kapieren, wie das funktioniert. Da habe ich jetzt einiges gelernt.“

Das Freilichtmuseum Großgmain …

war ein idealer Austragungsort. Die historischen Holzbauten des Salzburger Freilichtmuseums gaben ein tolles Ambiente. Der Riederstadel bot mit seinem prächtigen Bundwerk den Lehrlingen eine besondere Umgebung. Ursprünglich wurde das Tragwerk des Stadels durch Säulenreihen gestützt. Da die gesamte Konstruktion vor der Übertragung ins Museum in einem sehr schlechten Zustand war, haben die Museumsbetreiber das Tragwerk durch  Stahlrahmen ersetzt, welche einen krassen Gegensatz zum Gesamtbauwerk darstellen, um als „neu“ wahrgenommen zu werden. Der Stadel dient im Museum als Veranstaltungshalle und verfügt neben einer „Versorgungsküche“ auch über die restliche Infrastruktur für derart große Veranstaltungen, wie es der Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer ist. 

Die vorbildliche Organisation …

wurde von den Salzburger Holzbau-Meistern in einer gemeinschaftlichen Anstrengung vorgenommen. Die Vorbereitungen sind für die Teilnehmer und Besucher im Regelfall nicht sichtbar. Das geschieht hinter den Kulissen. Als die Veranstaltung beendet war und alle Teilnehmer schon den Heimweg antraten, konnte man erahnen, wie perfekt die Zusammenarbeit der  Organisatoren koordiniert war. Im Nu waren die Holzbau-Meister mit Ihren Pritschenwägen vor Ort. Allen voran Fritz Egger mit seinem aus den 1960er-Jahren liebevoll restaurierten VW-Pritschen-Bulli. Alles Werkzeug, die Maschinen, Anreißplatten und Schragen waren schnell verladen. Noch am selben Tag wollte man die Hobelbänke wieder in der Berufsschule Wals abliefern, der für die Bereitstellung ein Dank gebührt.

16 Lehrlinge traten zum Bundeslehrlingswettbewerb an, der Parallelbewerb zur Ausscheidung für die nächsten internationalen Bewerbe zählte sieben Teilnehmer. Und auch der Kandidat für die WorldSkills 2017 in Abu Dhabi, Michael Mühlmann, trainierte vor Publikum.

Sieger ist …

jeder Teilnehmer für sich selbst. In den Grußworten von Bundesinnungsmeister Hermann Atzmüller, Landesinnungsmeister Fritz Egger, des Präsidenten der Salzburger Wirtschaftskammer Komm.-Rat Konrad Steindl und des Nationalratsabgeordneten Asdin El Habbassi kam unisono zum Ausdruck, dass die Teilnehmer an diesen Wettbewerben schon die Spitze der Nachwuchskräfte in der Holzbauszene darstellen und mit ihrem Durst nach Wissen und Weiterbildung  der entscheidende Schritt zum Experten in der Holzbauszene getan ist. Letztlich gibt es bei einem Wettbewerb doch eine Begutachtung durch die strengen Augen der Jury, welche aus den Lehrlingswarten der Holzbau-Meister aus allen österreichischen Bundesländern beschickt ist. Kleine Unterschiede in der Bewertung ergaben eine Reihung, die vom Oberösterreicher Andreas Peham vom Lehrbetrieb Brandl Bau angeführt wurde. Ihm folgen auf Platz zwei der Vorarlberger Wilm Schöne-Warnefeld vom Lehrbetrieb Dr' Holzbauer und auf Platz drei Oberösterreicher Lukas Kaiser vom Lehrbetrieb R & R Holzbau.

Im Parallelwettbewerb holte sich der Kärntner Roland Viertler vom Lehrbetrieb Holzbau Pichler den Sieg. Michael Mühlmann von der Nationalmannschaft holzbau austria nutzte die Gelegenheit der Wettkämpfe, um unter Publikumsbeobachtung zu trainieren. Auch in seinem Werkstück, einem Salettl, waren viele Schwierigkeiten eingebaut, die das räumliche Vorstellungsvermögen eines Zimmerers in umfangreicher Weise fordert. 

Nur mit Sponsoren …

ist so eine Veranstaltung durchführbar. Viele Zulieferer der Holzbaubranche haben sich eingebracht und auch mit Sachpreisen wurde nicht gegeizt. Es muss allen Unterstützern ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön ausgesprochen werden. Ein Dank geht auch an die Verantwortlichen des Salzburger Freilichtmuseums.

Es waren zwei eindrucksvolle Tage mit „rauchenden Köpfen“ bei den Teilnehmern, vielen guten Gesprächen unter Kollegen und Arbeitssitzungen des Bundesinnungsgremiums. 

Der nächste Bundeslehrlingswettbewerb ...

findet 2018 in Wien statt. Salzburgs Lehrlingswart der Zimmerer, Wolfgang Schlager, übergab die Bewertungstafeln an Wiens Innungsmeister Robert Böhm. Mit Spannung erwarten wir diesen Wettbewerb, der auch die Teilnehmer am Europäischen Berufswettbewerb EuroSkills 2020 in Graz hervorbringen soll.