Holzbauunternehmen ebenso in der Pflicht

Ein Artikel von Kathrin Lanz | 23.01.2023 - 08:26

Am Fachtag Kommunikation und auch am Fachtag Agrarpolitik des Ökosozialen Forums stand zwar die Lebensmittelproduktion im Fokus der Experten, aber viele Themen treffen nicht nur den Nerv der Zeit, sie tangieren auch den Holzbau als CO2-reduzierende Kraft. Das hat beispielsweise auch die Studiengemeinschaft Holzleimbau  im November auf ihrer Mitgliederversammlung festgestellt.

Unternehmen stützen, die wirklich Wandel herbeiführen

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Greenpeace CEE-Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner (li.) im Gespräch am Ökosozialen Forum. © Ökosoziales Forum

Seit den 1970er-Jahren ist das Bewusstsein der Menschen für Nachhaltigkeit gestiegen. Damit auch der Druck auf Unternehmen. Der Großteil stellt sich deshalb nachhaltig dar, ohne das im Detail zu spezifizieren, kritisiert die Greenpeace CEE-Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner. „Nachhaltigkeit ist ein Wirtschaftsmodell geworden. Aber die Möglichkeiten, Nachhaltigkeit zu kommunizieren, sind alle freiwillig. Damit muss Schluss sein." 

Sie kritisiert zudem das zunehmende Greenwashing in der Kommunikation und warnt daher vor möglichen Folgen: „Die Konsumentinnen und Konsumenten verlieren den Glauben in grüne Claims, der politische Wandel wird erschwert und es gibt uns ein falsches Gefühl von Sicherheit. Zudem werden Unternehmen, die wirklich einen Wandel herbeiführen wollen, benachteiligt." Sie fordert eine entsprechende Gesetzgebung und einen Mindset-Shift, sieht aber auch neue Geschäftsmodelle und eine starke Zivilgesellschaft als Teil der Lösung.  

Auch Holzbauunternehmen dürfen nicht stillstehen

Marco Grossmann und Matthias Wüthrich von der Circular Ecnomy Switzerland betonten, dass Österreich seine Bemühungen beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele und hier insbesondere jenes für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster steigern muss. Sie heben die hohe Quote bei der Mülltrennung und Recycling hervor, kritisieren aber die vergleichsweise hohe Abfallproduktion und appellieren, von der Linear- auf eine Kreislaufwirtschaft umzusteigen. „Weltweit sind nur 8,6 % der eingesetzten Rohstoffe wirklich zirkulär. Für einen Absenkpfad von 2 Grad Celsius müsste man den Materialverschleiß und Rohstoffabbau um ein Drittel reduzieren und Materialkreisläufe schließen." Auch die Unternehmen des Holzbaus müssten ihre Klimabilanz verbessern, bläst man seitens der Studiengemeinschaft Holzleimbau ins selbe Horn. Auf der Vereinsversammlung im November 2022 hieß es, dass bei wachsendem Holzbedarf infolge des steigenden Holzbauanteils und zeitgleicher Reduktion des Nadelholzbestandes Rahmenbedingungen für die Wiederverwendung hölzerner Bauteile und ihrer Komponenten geschaffen werden müssen. 

Innovationskraft weiter ausbauen

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Es stellten sich zudem technische Fragen beispielsweise zur grundsätzlichen Dauerhaftigkeit der Produkte und der Bewertung gebrauchter Produkte und Komponenten. Es seien Rücknahmesysteme zu entwickeln und der rechtliche Rahmen für die Kreislaufwirtschaft sei zu klären, hieß es. Damit geht es darum, die Innovationskraft in der Branche weiter auszubauen.

Quellen: Ökosoziales Forum, Studiengemeinschaft Holzleimbau