Rund 270 Teilnehmer verfolgten gespannt die Vorträge und Diskussionen im Salzburger Kongresshaus © Birgit Fingerlos
Am 5. und 6. März verwandelte sich das Salzburger Kongresshaus erneut in das Zentrum der österreichischen Fenster-, Türen- und Sonnenschutzbranche. Zum 25. Jubiläum des Fenster-Türen-Treffs der Holzforschung Austria (HFA), Wien, kamen rund 270 Teilnehmer zusammen. Sie nutzten die Chance, sich über technische Entwicklungen, Forschungsergebnisse und wirtschaftliche Trends zu informieren und auf der begleitenden Fachausstellung Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen.
Die Jubiläumsveranstaltung wurde von Dr. Julia Bachinger, Leiterin des Fachbereiches Fenster an der HFA, eröffnet. Sie hielt gemeinsam mit dem Initiator des Branchentreffs, Peter Schober, einen Rückblick auf 25 Jahre Fenster-Türen-Treff. Dieser wurde gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten aus der Geschichte des Events. Der Treff hat sich längst als wichtige Plattform für den fachlichen Austausch innerhalb der Branche etabliert und zählt mittlerweile rund 5500 registrierte Teilnehmer über die Jahre.
Sicherheit und Nutzbarkeit im Fokus
Einen Schwerpunkt legten die Referenten auf Sicherheit und barrierefreie Gestaltung. Patricia Rosenauer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit erläuterte die Ergebnisse einer qualitativen Studie über Einbrecher. Sie erklärte, dass sichtbare Sicherheitsmaßnahmen und belebte Umgebungen vor allem Gelegenheitstäter in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen können. Im Anschluss referierte Peter H. Spitaler vom Team Spitaler Studio für Universal Design über barrierefreie Türen und Räume. Er machte deutlich, dass hochwertige technische Lösungen vor allem durch ihre intuitive und einfache Nutzung überzeugen. In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach man über die Anforderungen an Funktionalität, Ästhetik und Nutzbarkeit von Fenstern und Türen. Diskutanten waren neben Spitaler auch Andreas Distel von der Bundesinnung Tischler und Holzgestalter, Klaus Helzel von TÜV Süd Industrie Service und Georg Schrattenecker vom Ingenieurbüro Schrattenecker ZT. Das einhellige Fazit der Diskussion lautete, dass barrierefreie und sichere Gebäude ganzheitlich geplant werden müssen. Nur so können technisch hochwertige und praxistaugliche Lösungen umgesetzt werden.
Forschung trifft Praxis
Der zweite Programmpunkt des ersten Tages beleuchtete Einbau und Anschlüsse von Fenstern. Dr. Manfred Gaulhofer sprach in einer Podiumsdiskussion mit Thomas Walluschnig und Ingo Ganzberger (alle drei Verein Plattform Fenster Österreich) sowie mit Heinz Ferk (Technische Universität Graz) über die Herausforderungen der heimischen Fensterbranche. Im Mittelpunkt standen Themen wie die Reihenfolge von Sanierungsmaßnahmen und der korrekte Einbau österreichischer Qualitätsprodukte. Danach erläuterte Bernd Saß, ift Rosenheim, seine Forschung zur schalltechnischen Bewertung kritischer Einbausituationen von Fenstern. Der Sachverständige Herbert Tschirk beleuchtete in seinem Vortrag „Rundum dicht?“ die Schnittstellen zwischen Wärmedämmverbundsystem, Fensterbank und Sonnenschutz aus Sicht eines Experten.
Die HFA hat federführend mit beteiligten Verbänden einen Leitfaden zur Ausführung und Planung von dichten Anschlüssen erarbeitet. Georg Steiner und Sylvia Polleres (beide HFA) stellten den Leitfaden „Dicht ums Fenster“ vor. Einen Einblick in die Relevanz und Beweggründe der Zusammenarbeit gaben die Vertreter der beteiligten Verbände: Fuad Salic (Bundesverband Sonnenschutztechnik), Christian Lautner (Österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz), Dr. Clemens Hecht (Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme). Am Leitfaden wirkte der Verein Plattform Fenster Österreich beratend mit.
Anschließend begeisterte die Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Elke Rock die Teilnehmer mit einem inspirierenden Vortrag über die Bedeutung von Präsenz und Persönlichkeit. Am Abend ging es auf den Gaisberg zur Zistelalm. Beim Abendessen konnten die Gäste ihre Netzwerke pflegen und sich über weitere Themen austauschen. Ein Highlight war die Torte zum 25. Geburtstag des Fenster-Türen-Treffs, die Bachinger den Gästen unter vielen „Ahs“ und „Ohs“ präsentierte.
Praxis und Recht am zweiten Tag
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Praxis: Karin Hauer und Martin Wieser (beide HFA) präsentierten typische Schäden bei Fenstern und Türen, vom Kondensat im Falz bis zu Rissen in Flügelprofilen. Sie zeigten Wege zur Vermeidung solcher Mängel durch Abstimmung der Gewerke, sorgfältige Planung und konsequente werkseigene Kontrolle. Anschließend stellten Roman Meixner, Alexander Stenitzer (beide HFA) und Dr. Matthias Schuß (Technische Universität Wien) die Ergebnisse des Forschungsprojekts Ertüchtigung von Kastenfenstern (Erka) vor. Ein weiterer Vortrag von Michael Truskaller (HFA) beschäftigte sich mit Eckverbindungen, Verleimung und Feuchteschutz der Kastenfenster.
Im rechtlichen Block erläuterte Bernhard Elias, Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme, Stolpersteine bei der Fertigung von Kunststofffenstern und die Bedeutung der CE-Kennzeichnung. Den Abschluss bildete Frank Koos, Generalsekretär Eurowindoor AISBL, der die zukünftigen europäischen Regelungen für Fenster und Türen skizzierte und mögliche Chancen für Hersteller, KMU und den Markt aufzeigte.
Der nächste Fenster-Türen-Treff findet am 4. und 5. März 2027 erneut in Salzburg statt.