UmweltHaus vor Fertigstellung

Ein Artikel von Raphael Zeman | 21.07.2026 - 09:04
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© UmweltBank AG

Das UmweltHaus setzt sich aus einem 52 m hohen Turm mit 13 Vollgeschoßen sowie einem Langbau mit sieben Vollgeschoßen zusammen. Der Entwurf stammt aus der Feder von Spengler Wiescholek Architektur aus Hamburg, die Holzbau-Tragwerksplanung übernahm merz kley partner.

Tragwerk in Buche und Fichte

Beide Gebäudeteile sind vom Erdgeschoß bis zum Dach als Holzskelettbauten mit einem Stützenraster von 5,5 m konzipiert. Stahlbeton kommt nur in den Untergeschoßen, Erschließungskernen, einzelnen Brandwänden sowie bestimmten Stützen im Erdgeschoß zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 3000 m³ Holz verbaut, etwa 760 m³ davon als BauBuche der Firma Pollmeier in den hochbelasteten unteren und mittleren Geschoßen. Die Geschoße darüber sind in Fichte gehalten.

Eine Besonderheit des Projekts: Zwei doppelgeschoßige Sprengwerke im ersten und zweiten Obergeschoß leiten die Lasten seitlich ab, wodurch ein weitgehend stützenfreier Veranstaltungsbereich im Erdgeschoß möglich wurde. Das Holztragwerk ist im Inneren zum größten Teil sichtbar belassen, lediglich an manchen Deckenuntersichten wurden Akustikelemente montiert.

Die Geschoßdecken sind als Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt. Sie bestehen aus Brettschichtholz-Rippenelementen, aufgeschraubten Dreischichtplatten und einer Schicht aus Ortbeton. Um eine möglichst hohe Trennbarkeit der Baumaterialien zu gewährleisten, sind die Verbindungen überwiegend geschraubt.

Züblin Timber war für den Holzbau und die damit verbundene Elementfertigung zuständig. Dafür produzierte das Unternehmen mehr als 6000 m² gedämmte Holzrahmen-Außenwände, die bereits werkseitig mit Holzfenstern und Absturzsicherungen versehen wurden. Jeweils zwei 5,5 m lange Bauteile wurden dann auf der Baustelle zu 11 m langen Fassadenelementen verbunden.

Umfassendes Energiekonzept

Dem Umweltgedanken entsprechend wurde großer Fokus auf ein nachhaltiges Energiekonzept gelegt. Das Gebäude wird nach dem KfW- Effizienzhaus-40-NH-Standard realisiert und hat ein DGNB-Vorzertifikat in Platin erhalten. Erreicht wird dies durch den Einsatz von Geothermie und Wärmepumpen, einem Biomasse- bzw. Biomethan-Blockheizkraftwerk und einem Gas-Spitzenlastkessel. Zudem liefert eine Photovoltaikanlage mit rund 2000 m² Fassaden- und 760 m² Dachmodulen zusätzliche Energie.

Hinsichtlich des Brandschutzes sind die tragenden Bauteile mit einer Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten bemessen und es wurde eine Hochdruck-Wassernebelanlage installiert. Diese benötige weniger Löschwasser und kleinere Vorratstanks als eine herkömmliche Sprinkleranlage und war eine wesentliche Voraussetzung, um die Holzbauteile in Sicht belassen zu können.