Die Veranstalter mit Experten der Holzbranche: (v.l.n.r.): Erich Gaffal (BIC OÖ), Simon Holzknecht (proHolz Tirol), Lukas Reihs (TRIQBRIQ), Engelbert Schrempf (holzbau austria), Ök.-Rat. Rudolf Rosenstatter (Obmann proHolz Salzburg), Katharina Springl und Matthias Jessner (Holzcluster Salzburg), Walter Meiberger (Meiberger Holzbau) © Holzcluster Steiermark, Fasching
Die Messetage boten Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Unternehmen kennenzulernen und aktuelle Themen für zukünftige Kooperationen aufzugreifen. Auf rund 50.000 m² präsentierte die Messe die gesamte Bandbreite der Branche – von Forsttechnik und Holzernte über Sägewerk, Transport und Logistik bis hin zu Holzbau, Forschung und innovativen Anwendungen.
Unter dem Motto „Innovation im Holzbau – von der Idee zur erfolgreichen Umsetzung“ lud das Clusternetzwerk Holz & Innovation der österreichischen Holzcluster-Organisationen bereits zum zweiten Mal zu einem gemeinsamen Branchenevent in der Innovation Area auf der Holzmesse ein.
Der Weg zur Innovation
Den Auftakt machte Martin Karner von Weitzer Woodsolutions mit seiner Keynote „Der Weg zur Innovation“ – und dieser Weg beeindruckt. Aus der langjährigen Kompetenz von Weitzer Parkett im Werkstoff Holz und der schrittweisen Etablierung von Innovationsprozessen entstanden Ideen und Projekte, die Holz als Hightech-Leichtbauwerkstoff für neue Anwendungen, etwa in der Automobilindustrie, nutzbar machen. Daraus entwickelte sich unter der Leitung von Martin Karner eine eigene Innovations- und Technologieeinheit, die gemeinsam mit Partnern neue Einsatzmöglichkeiten für Holz und Holzverbundwerkstoffe erschließt und dafür gerade die industrielle Serienfertigung startet.
Karners zentrale Botschaft: „Innovation entsteht nicht zufällig, sondern durch strukturierte Prozesse, den Mut, bestehende Grenzen zu hinterfragen, und die konsequente Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“
Innovationen im modularen Holzbau
Wie etablierte Bauweisen innovativ neu gedacht werden können, zeigte Lukas Reihs von TRIQBRIQ. Das modulare Holzbausystem im „Legostil“ ermöglicht einen Rohbau komplett ohne Leim und Metallverbindungen. Die einzelnen Holzelemente lassen sich rückbauen und wiederverwenden – ein Ansatz, der Kreislaufwirtschaft bereits im Konstruktionsprinzip verankert. Dabei können auch qualitativ minderwertigere Hölzer für die Herstellung der Bauteile eingesetzt werden. TRIQBRIQ befindet sich mittlerweile auf dem Weg zum Scale-up: Moderne robotische Produktionsanlagen erhöhen den Output und schaffen damit die Grundlage, das innovative Bausystem in größerem Maßstab umzusetzen.
OIB-Richtlinie 7 – Neues Bewertungsschema für die Nachhaltigkeit von Gebäuden
Engelbert Schrempf (Geschäftsführer holzbau austria) hielt einen Vortrag zum Thema „OIB-Richtlinie 7 – Neues Bewertungsschema für die Nachhaltigkeit von Gebäuden“ und verwies auf die Innovationskraft der Branche. © Holzcluster Steiermark, Fasching
Dass ein Umdenken im Holzbau in Richtung Rückbaubarkeit von Vorteil ist, zeigte auch der abschließende Vortrag zur OIB-Richtlinie 7 von Engelbert Schrempf (Geschäftsführer holzbau austria). Neue regulatorische Anforderungen zur Kreislauffähigkeit der Rohstoffe und deren Bewertung über das GWP (Global Warming Potential) werden Auswirkungen auf die zukünftige Planung und Ausführung von Gebäuden mit sich bringen.
„Österreich kann sich gar nicht genug bewusstwerden, dass wir mit Holz eine natürliche und nachwachsende Rohstoffressource in einem waldreichen Land zur Verfügung haben. Dennoch befinden wir uns in der Situation, dass dieses wirtschaftliche Stärkefeld mit Überregulationen konfrontiert wird. Eines hat sich jedoch seit jeher bewahrheitet: Die Holzbranche ist innovativ und lösungsorientiert“, so Schrempf.
In der Podiumsdiskussion wurden die Inhalte der Vorträge schlussendlich gemeinsam mit dem Publikum vertieft. Beim anschließenden Networking bot sich zudem Gelegenheit, den fachlichen Austausch weiterzuführen. Es zeigte sich wieder einmal, dass viele Herausforderungen der Holzbranche nicht an den Bundesländergrenzen Halt machen. Die Zukunft des Holzbaus entsteht dort, wo Wissen, Ideen und Menschen zusammenkommen.
Clusternetzwerk Holz & Innovation
Die während der Corona-Pandemie gegründete Cluster-Netzwerkinitiative „Holz & Innovation“ verbindet die österreichischen Holzcluster-Organisationen und schafft eine gemeinsame Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung der Branche. Ausgehend vom Building Innovation Cluster OÖ, der als Organisator der Innovation Area auf der Holzmesse fungiert, entwickelte sich der Cluster-Talk zu einem gemeinsamen Branchenevent, das mittlerweile von allen beteiligten Clustern getragen und gestaltet wird:
- Holzcluster Steiermark
- Building Innovation Cluster OÖ
- Timber Innovation Network Alpe Adria (TINAA)
- proHolz Tirol / Holzcluster
- Holzcluster Salzburg