Seminarleiterin Sylvia Polleres begrüßte die Gäste zum Jubiläum. Nach den Grußworten des oberösterreichischen Holzbaulandesinnungsmeister Josef Frauscher und Christian Schneider (Österreichischer Fertighausverband) eröffnete eine Keynote von Dr. Verena Jakoubek-Konrad (vai – Vorarlberger Architektur Institut) das Programm. Unter dem Titel „Bauen für den Wandel“ plädierte sie für eine Baupraxis, die bei gleichbleibender architektonischer Qualität weniger Ressourcen verbraucht.
Von Eurocode 5 bis zu Gewerkeschnittstellen
Das Team der Holzforschung Austria, v. l.: Daniel Resch, Dr. Martin Weigl-Kuska, Michaela Fodor, Bettina Plößnig-Weigel, Simon Winter, Sylvia Polleres, Philipp Trimmel, Claudia Koch, Dr. Andreas Suttner, Dr. Bernd Nusser © Holzforschung Austria
Dr. Ulrich Hübner (Fachverband der Holzindustrie Österreichs) erläuterte die wichtigsten Neuerungen des Eurocode 5 und deren Bedeutung für die Praxis. Filip Rosa (ATL Immoinvest) beleuchtete die Herausforderungen am großvolumigen Wohnungsmarkt und die Rolle des Holzbaus angesichts steigender Kosten CO₂-intensiver Bauweisen.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Schnittstellen im Holzhochbau. Sylvia Polleres stellte den gemeinsam mit Koppelhuber² und Partner erarbeiteten „Leitfaden für Gewerkeschnittstellen“ vor. Dr. Anton Kraler (Universität Innsbruck) präsentierte Lösungsansätze für zurückspringende Geschoße und Staffelgeschoße.
Dächer, Schallschutz und Nachhaltigkeit
Die gut besuchte Ausstellung wurde von den zahlreichen Teilnehmern zum Netzwerken genutzt. © Holzforschung Austria
Reinhold Steinmaurer (holzbau austria) eröffnete den Dächer-Block mit den neuen Inhalten der überarbeiteten ÖNORM B 4119. Neu aufgenommen wurden Bestimmungen zu Anforderungen an Unterdächer unter Energiegewinnungsanlagen und Anforderungen an Unterdächer mit nicht diffusionsoffenen Unterdeckbahnen sowie mit Überlüftungsebene. Werner Linhart betonte dabei die enge Verbindung von Gebäudehülle und Energiegewinnung: „Photovoltaik und Gebäudehülle müssen gemeinsam gedacht werden.“
Marcel Aberle (Futurist - Foresight Action Group) holte danach die Teilnehmerinnen „Zurück zur Zukunft“ und schärfte den Blick nach vorne in einen Raum der Möglichkeiten, dessen Gestaltung ganz vom eigenen Mindset abhängt. Darüber hinaus braucht es aber auch ausgeklügelte Methoden, um eine nachhaltig positive Zukunft zu schaffen.
Der zweite Seminartag widmete sich unter anderem dem Kulturwandel in Unternehmen, dem Schallschutz von Holzmassivdecken und typischen Ausführungsfehlern bei Nassestrich-Fußbodenaufbauten. Die Forschungsergebnisse zum Trittschallschutz sind im Online-Bauteilkatalog dataholz.eu verfügbar, der um neue BSP-Deckenaufbauten mit elastisch gebundenen Schüttungen erweitert wurde.
Weitere Beiträge behandelten die neue OIB-Richtlinie 7 und ihre Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Dokumentation, das Brandverhalten beschichteter Holzfassaden im Projekt HOBRA sowie den Witterungs- und Feuchteschutz während der Bauphase. Dazu entsteht im Auftrag der Holzbauplattform ein praxisorientierter Leitfaden.
Zum Abschluss verabschiedete Sylvia Polleres die Teilnehmer und lud zu den nächsten Holz_Haus_Tagen am 14. und 15. Oktober 2027 nach Bad Ischl ein.
Quelle: Holzforschung Austria