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Das 30. Internationale Holzbauforum bringt auch 2026 die Branche in Innsbruck zusammen, zum fachlichen Austausch, Netzwerken und für Gespräche abseits der Vorträge © Forum Holzbau / Jan Kulke

Holzbaubranche trifft sich in Innsbruck

Ein Artikel von Birgit Fingerlos | 22.10.2026 - 07:23

Zum Jubiläum bleibt das IHF seinem bewährten Konzept treu: „Aus der Praxis – für die Praxis“. Was den Holzbau bewegt, kommt auf die Bühne – von konkreten Projekten und neuen Konstruktionen bis zu Forschung, Produktion und politischen Rahmenbedingungen. Forum Holzbau als IHF-Veranstalter rechnet wie im Vorjahr mit 3000 Teilnehmern über die drei Kongresstage. Das Innsbrucker Kongresszentrum (CMI) ist mit circa 200 IHF-Ausstellern platzmäßig erneut ausgebucht.

Holzbau findet Stadt

In der Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Quartiersentwicklung. Holzbau findet Stadt“ am Mittwoch, 2. Dezember, geht es um Klimaveränderung und Gesundheit, nachhaltige Quartiersentwicklung sowie konkrete Holzbau-Quartiere. Mit fünf Prologen setzt das IHF zusätzliche Schwerpunkte. Prolog 1 liefert Beispiele für materialgerecht geplante und gut gestaltete Architektur. Der Fertigbau-Prolog (Prolog 2) stellt Lean Con-struction und integrierte Projektabwicklung (IPD) zur Diskussion. Im Holzbau-Prolog (Prolog 3) geht es um Fragen rund um das Bauen im Bestand. Verbindungsmittel und -technologien für Holz und ihre Bemessung sind Hauptthema des vierten Prologs. Im Prolog 5 der europäischen Holzpolitik-Plattform WoodPoP geht es um die Forschungs- und Innovationsförderung der EU für CO2-speicherndes Bauen. Vorgestellt werden hier auch die Gewinner des europäischen Holzbaupreises „Dara Award 2026“, zu dem 59 Holzbauprojekte aus 22 europäischen Ländern eingereicht wurden.

Vom Holzhochhaus bis zur Robotik

Den Donnerstagvormittag gestaltet die Holzbaubranche in diesem Jahr selbst mit Impulsvorträgen von Ingenieurholzbau-Betrieben aus Österreich (Wiehag), der Schweiz (Blumer Lehmann) und aus Deutschland (Derix) sowie einer Podiumsdiskussion mit IHF-Teilnehmern der ersten Stunde. Anschließend wird sich Dr. Georg Rappold, WoodPoP, Wien, in einem Grußwort zu Weichenstellungen der europäischen Holzpolitik äußern. Im Anschluss werden in fünf parallelen Blöcken (Holztragwerke, Holzbauentwicklung, Master Colloquium sowie die Diskussionsforen 1 und 2) internationale Projekte, Holzhochhäuser, Gesundheitsbauten, Freiformbauten, Innovationen bei der Holzverklebung und Glasfassaden mit Holztragstruktur präsentiert. Im Master Colloquium stellen Absolventen der Masterstudiengänge in Biel/CH und Rosenheim/DE ausgewählte Holzbau-Studienarbeiten vor.

Am frühen Abend vor der Ehrung verdienter Persönlichkeiten und dem gemeinsamen Abendessen folgt der übliche branchenfremde Gastvortrag, den Flixbus-Gründer Daniel Krauss hält. Forum Holzbau ehrt anschließend Univ.-Prof. Dr. Stefan Winter von der TU München und den Maschinenbau-Unternehmer Hans Hundegger aus Hawangen/DE für ihre Verdienste um den Holzbau.

Ingenieurholzbau im Rampenlicht

Am Freitag, 4. Dezember, steht beim IHF die konstruktive Vielfalt des Holzbaus im Mittelpunkt. Block A „Exponierte Ingenieurbauwerke“ zeigt anhand von Brückenprojekten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und aus Kanada, wie sich Holz neue Einsatzfelder erschließt. Block B „Innovative Hallenbauten/-konstruktionen“ präsentiert weitgespannte Holzhallen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, die ein breites Spektrum an Tragwerkslösungen veranschaulichen. Block C „Geschossbau/öffentlicher Bau“ widmet sich Schul- und Bildungsbauten sowie nachhaltigen mehrgeschossigen Gebäuden und zeigt Projekte von Hittisau/AT über Biel/CH und Nürnberg/DE bis London/GB und Tokio/JP. Block D „TUM.wood – Abenteuer Forschung“ richtet den Blick auf die klimaangepasste Stadt – von Stadtgrün und begrünten Gebäudehüllen bis zu den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Gebäude und Stadtraum.

Zum Abschluss geht es zurück zu den Wurzeln des Holzbaus. Der Epilog „Holz-skelettbau – aus Tradition wird Zukunft“ verbindet historische Beispiele aus Europa und Japan mit heutigen Möglichkeiten der Fertigung und Montage. Damit spannt das 30. IHF einen weiten Bogen: vom Bauteil bis zum Stadtquartier, von bewährten Konstruktionsprinzipien bis zu Robotik und neuen Fertigungstechnologien. Innsbruck wird Anfang Dezember damit einmal mehr zum Branchentreff für alle, die wissen wollen, wohin sich das Bauen mit Holz entwickelt.

Quelle: Forum Holzbau