Neue Wissensplattform beschleunigt biogenen Holzbau

Ein Artikel von Birgit Gruber | 19.02.2026 - 09:50

Die Bauwirtschaft zählt weiterhin zu den größten Verursachern globaler CO₂-Emissionen. Während Holz- und andere biobasierte Baustoffe erhebliches Potenzial zur Reduktion grauer Emissionen bieten, fehlt es in der Praxis häufig an zugänglichen, geprüften und skalierbaren Konstruktionsdetails. Genau hier setzt OpenDetail an: Die Plattform ermöglicht es Planern, Detailzeichnungen in offenem Format hoch- und herunterzuladen und so bewährte Low-Carbon-Lösungen direkt in reale Projekte zu übertragen. „Die Branche befindet sich an einem Wendepunkt. Biogene Materialien verändern die Art, wie wir bauen – und wir sehen es als unsere Verantwortung, diesen Wandel aktiv zu unterstützen“, so Jakob Strømann-Andersen, Director of Innovation and Sustainability bei Henning Larsen. Ziel sei es, Wissen großzügig zu teilen und damit die Transformation des Bauwesens zu beschleunigen.

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Der Erweiterungsbau der Feldballe-Schule in Rønde ist Henning Larsens bisher ehrgeizigstes Projekt. Damit wollte er ein Gebäude entwerfen, das mehr Kohlenstoff bindet als es ausstößt.  © Rasmus Hjortshøj

Entwickelt wurde OpenDetail in enger Zusammenarbeit mit Praxis und Lehre. Neben Ramboll ist auch Speckle Teil des Netzwerks. Die Plattform entstand im Rahmen eines ko-kreativen Prozesses mit Workshops zur Definition von Gestaltungsrichtlinien, der Ausarbeitung architektonischer Details sowie einem strukturierten Peer-Review zur Sicherstellung von Anwendbarkeit und Ausführbarkeit.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Ausbildung: Durch die Verankerung im akademischen Kontext werden Studierende frühzeitig mit biogenen Konstruktionsprinzipien vertraut gemacht. „Wenn die grüne Transformation im Bauwesen Fahrt aufnehmen soll, braucht es praktische Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, betont Anke Pasold, Associate Professor und Lab Manager Construction & Energy an der EK – Business Academy Copenhagen.

OpenDetail richtet sich an Architekten, Ingenieure, Holzbauplaner und ausführende Unternehmen gleichermaßen. Durch Crowdsourcing, fachliche Prüfung und offene Datenformate entsteht eine wachsende Wissensbasis, die insbesondere dem modernen Holzbau neue Impulse geben kann. Begleitende Diskussionen, Debatten und Webinare sollen die internationale Community weiter stärken.

Mit der Wissensplattform entsteht damit ein digitales Werkzeug, das den Transfer von biogenem Detailwissen beschleunigt – und dem Holzbau zusätzliche Argumente im Wettbewerb um klimafitte Bauweisen liefert.

Quelle: Henning Larsen