Bankhauptsitz mit BSH-Exoskelett

Ein Artikel von Raphael Zeman | 29.09.2022 - 08:08
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Das Gebäude ist in eine breite dreigeschossige Basis und einen schmalen viergeschossigen Aufbau unterteilt. © Nicolas Waltefaugle

Die neue Zentrale der Bank Caisse d’Epargne liegt im aufstrebenden Geschäftsviertel ZAC Valmy in Dijon. Das Gebäude setzt sich aus einer breiten dreigeschossigen Basis und einem schmalen viergeschossigen Aufbau zusammen.

Tageslicht und Flexibilität

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Der Vorhof und das Atrium lassen viel Tageslicht in die zentralen Räume. © Nicolas Waltefaugle

Das Erdgeschoss ist aufgrund einer Hanglage mit einem leichten Überhang ausgeführt. Durch einen Vorhof gelangt man in die Lobby, auf die ein Atrium und eine zweite Empfangshalle folgen, die mit dem Parkhaus verbunden ist. Diese zentrale Achse teilt das Gebäude in einen Ost- und einen Westflügel. Im ersteren sind die Fitness- und Logistikräume untergebracht, der Westflügel samt Veranstaltungssaal ist auch der Öffentlichkeit zugänglich. Die Büros sind auf Flexibilität und Modularität ausgerichtet. Durch das Atrium und den Vorhof gelangt viel direktes Tageslicht in die zentral gelegenen Besprechungsräume. Am Ost- und Westhang des Grundstücks befinden sich die Kundenparkplätze, die Angestellten parken entweder in der Tiefgarage oder im ebenfalls aus Holz errichteten Parkhaus im Norden der Parzelle.

2580 m³ Holz verbaut

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Die Verglasung ist am obersten Träger des BSH-Exoskeletts und direkt an der Fassade befestigt. © Nicolas Waltefaugle

Beton kam lediglich im Erdgeschoss und bei den Böden zum Einsatz. Die sechs Obergeschosse wurden als Holzskelettbau errichtet. Ein aus Brettschichtholz gefertigtes Exoskelett wird durch eine am obersten Träger befestigte Verglasung vor der Witterung geschützt. „Durch diese Konstruktionsweise konnte eine bioklimatische Membran geschaffen werden“, heißt es vonseiten der Architekten. Die Fassade ist aus Brandschutzgründen in jeweils zweigeschossige Segmente unterteilt. Brettsperrholz wurde nur dort eingesetzt, wo es zur Aussteifung unbedingt notwendig war. Laut GRAAM Architecture wurden rund 2580 m³ Holz verbaut und damit ebenso viele Tonnen CO2 gespeichert. Die Fenster sind im Raster von 2,7 m mit der Dreiteilung 3 mal 90 cm angeordnet. Die Holzstruktur stammt von dem französischen Holzbauer Simonin.

Holz ist eine Philosophie

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Die Büros sind hell und flexibel gehalten.
© Nicolas Waltefaugle

Das nachwachsende Baumaterial wurde einerseits wegen der Nachhaltigkeitsaspekte und andererseits wegen der kurzen Bauzeit und hohen Ausführungsqualität gewählt. Nun soll der neue Hauptsitz von Caisse d’Epargne nicht nur den nachhaltigen Ansatz der Bank repräsentieren, sondern auch eine Vorbildwirkung für weitere Unternehmen aus der Region haben.

Holz ist keine Wahl, es ist eine Philosophie.

GRAAM Architecture
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Durch die Konstruktionsweise mit verglastem Exoskelett konnte laut den Architekten eine bioklimatische Membran geschaffen werden. Die Fassade ist aus Brandschutzgründen in jeweils zweigeschossige Segmente unterteilt. © Luc Boegly

Bei GRAAM ist man jedenfalls aus vollster Überzeugung „am Holzweg“. Bereits seit 2002 errichtet man unter dem Motto: „Das richtige Material an der richtigen Stelle“, Gebäude mithilfe des nachhaltigen Baustoffs. „Holz ist keine Wahl, es ist eine Philosophie“, so die Architekten.