Die Säge- und Holzindustrie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage große Potenziale für den Holzbau. Beim 64. Vier-Länder-Treffen a 16. September im Montafon standen die aktuelle Marktentwicklung sowie politische und regulatorische Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Vertreter aus Frankreich konnten heuer nicht teilnehmen.
Vor allem beim Wohnungsbau sehen die Branchenvertreter Chancen für Holz. Ein hoher Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeiten sowie serielle und modulare Bauweisen könnten dazu beitragen, dringend benötigten Wohnraum rasch und in hoher Qualität zu schaffen. Gleichzeitig leiste Holz einen Beitrag zu Ressourcenschonung, regionaler Wertschöpfung und Kohlenstoffspeicherung. „Unsere Unternehmen stehen bereit, heimisches Rundholz zu hochwertigen Bauprodukten zu verarbeiten. Damit schaffen sie die Grundlage dafür, dass dringend benötigter Wohnraum schnell, ressourcenschonend und in hoher Qualität entstehen kann. Die Potenziale des Holzbaus sind vorhanden – jetzt müssen wir sie auch nutzen“, sagte Marcel Marlin, Obmann der Holzindustrie Vorarlberg.
Bürokratie als Belastung
Das Vier-Länder-Treffen bringt seit Jahrzehnten Vertreter der Säge- und Holzindustrie aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zusammen. © Staudacher
Als zunehmende Herausforderung sieht die Branche den wachsenden bürokratischen Aufwand durch neue Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene. Genannt wurden unter anderem die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die Verpackungsverordnung (PPWR) und die Anforderungen an umweltbezogene Aussagen durch die EmpCo-Richtlinie. Kritisch sehen die Branchenvertreter insbesondere die Summe der Anforderungen, fehlende Abstimmungen zwischen den Regelwerken und aus ihrer Sicht praxisferne Umsetzungen. Ressourcen, die für Investitionen und Innovationen benötigt würden, würden dadurch in den Unternehmen gebunden. „Die Zuversicht und die Leistungsfähigkeit der Branche sind da. Die Politik sollte diese Kräfte stärken und nicht durch zusätzliche Bürokratie ausbremsen“, betont Marlin.
Die Teilnehmer des Treffens appellierten daher an die Politik, die wirtschaftlichen Auswirkungen neuer Vorgaben stärker zu berücksichtigen, bestehende Regelungen auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und Doppelbelastungen abzubauen. Gefordert werden zudem verlässliche Genehmigungsverfahren und faire Wettbewerbsbedingungen.
Quelle: Fachverband der Holzindustrie