Klassenzimmer in der Natur

Ein Artikel von Birgit Gruber | 09.04.2026 - 08:52
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Auf den Färöern entsteht ein Schulcampus, der Natur, Bewegung und Gemeinschaft vereint. © Plomp

Der Entwurf des dänischen Architekturbüros von Henning Larsen sieht ein Ensemble miteinander verbundener Baukörper in Holzbauweise vor, die sich an die natürliche Topografie anpassen. Durch diese Anordnung entstehen geschützte Außenräume, optimale Tageslichtverhältnisse sowie beeindruckende Blickbeziehungen zur umgebenden Landschaft. Bestehende Geländeformen werden weitgehend erhalten und gezielt in das Campuskonzept integriert, sodass ein fließender Übergang zwischen Innen- und Außenräumen entsteht.

Ziel ist es, die Natur aktiv in den Schulalltag einzubinden. Bewegung, Spiel und Lernen greifen ineinander und fördern Kreativität sowie eigenständiges Entdecken. Witterungsgeschützte Freiräume, vielfältige Bepflanzungen und natürliche Windabschirmungen ermöglichen eine ganzjährige Nutzung der Außenbereiche. Ergänzt wird das Konzept durch künstlerische Installationen und Bewegungsangebote, die das Wohlbefinden und die soziale Interaktion stärken.

Sensibler Umgang mit Bestand

Über den Schulbetrieb hinaus fungiert der Campus als sozialer und kultureller Treffpunkt für die Gemeinde Glyvrar. Landschaftlich gestaltete Höfe, Wege zum Meer sowie Angebote wie Sauna und Meeresbaden binden die Schule in ein Netzwerk öffentlicher Nutzungen ein und machen sie zum lebendigen Mittelpunkt des Ortes – auch außerhalb der Unterrichtszeiten. Ein besonderer Fokus liegt auf dem sensiblen Umgang mit dem Bestand: Die historische Scheune Heimistovufjøsio aus den 1950er-Jahren wird zu einer Musikschule umgebaut. Dabei bleiben Proportionen und Materialität erhalten, während moderne Räume für Unterricht, Proben und Aufführungen entstehen.

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© Henning Larsen

Mehr Platz für 500 Kinder

Mit einer Gesamtfläche von rund 10.000 m² bietet die erweiterte Schule künftig Platz für etwa 500 Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sowie für ergänzende Bildungsangebote. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bauphasen, sodass der Schulbetrieb während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden kann. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Bildungsbauten durch die Verbindung von Holzbau, Landschaftsarchitektur und nachhaltigem Design zu ganzheitlichen Lernumgebungen werden können.

Quelle: Henning Larsen