Das Salzburger Freilichtmuseum hat ein neues Besucherzentrum erhalten, das den Baustoff Holz konsequent in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig als zeitgemäße Visitenkarte des Museums dient. Rund 6,9 Mio. € investierte das Land Salzburg in den Neubau, der sich architektonisch an regionalen Hofstrukturen orientiert und traditionelle Bauweisen in eine moderne Formensprache übersetzt.
Holz konstruktiv prägend
Dem Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain wurde am 19. März von proHolz Salzburg der Holzbotschafter für die dokumentarische Arbeit rund um das ländliche Bauen, Wohnen und Wirtschaften mit Holz in Salzburg sowie vorbildliches und nachhaltiges Bauen mit Holz verliehen. © Franz Neumayr
Der Baukörper kombiniert Holz, Glas und Beton, wobei Holz sowohl konstruktiv als auch gestalterisch prägend ist. Im Innenraum dominiert unbehandelte Fichte, die für eine warme Atmosphäre, angenehme Haptik und gute akustische Eigenschaften sorgt. Außen wurde unbehandelte Lärche eingesetzt, die sich im Laufe der Zeit natürlich verändert und so den Bezug zur umgebenden Kulturlandschaft stärkt. Diese bewusste Materialwahl unterstreicht den Anspruch, regionale Bautraditionen nicht nur auszustellen, sondern auch im Neubau weiterzuführen.
Große Bibliothek als Wissensdrehscheibe
Das Besucherzentrum versteht sich als Ort des Ankommens und der Orientierung. Ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer mit Kassa und Museumsladen bildet das Herzstück, ergänzt durch klare Wegeführungen und barrierefreie Zugänge. Ein detailreiches Geländemodell erleichtert den Überblick über das rund 50 ha große Areal mit seinen historischen Bauten. Neben der Vermittlung spielt auch die Forschung eine wichtige Rolle. Eine öffentlich zugängliche Fachbibliothek mit rund 10.000 Bänden ist Wissensdrehscheibe, während ein flexibel nutzbarer Seminarraum neue Möglichkeiten für Veranstaltungen und Bildungsangebote schafft.
Handwerkliche Fähigkeiten von gestern für morgen
Mit dem neuen Besucherzentrum zeigt das Salzburger Freilichtmuseum eindrucksvoll, wie sich traditioneller Holzbau, zeitgenössische Architektur und nachhaltige Technik zu einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept verbinden lassen. „Holz ist ein Werkstoff, der Generationen verbindet. Im Freilichtmuseum sehen wir handwerkliche Fähigkeiten, die auch heute noch so angewendet werden können. Das meisterliche Know-how unserer Vorfahren verbinden wir heute mit modernster Technik, um Gebäude wirtschaftlich, nachhaltig und effizient umzusetzen. Modernen Holzbau zeigt nun auch das neu errichtete Besucherzentrum, welches im Freilichtmuseum die Brücke zwischen Tradition und Moderne schlägt. Als Holzbotschafter beweist das Freilichtmuseum: Holz ist nicht Teil der Salzburger Geschichte, es ist Gegenwart und Zukunft“, sagt Holzbau-Landesinnungsmeister Fritz Egger am 19. März im Rahmen der Verleihung zum Holzbotschafter.
Der Holzbotschafter
Überreichung Auszeichnung Holzbotschafter (v. li.): Landesamtsdirektor a.D. Heinrich Christian Marckhgott (Förderverein Salzburger Freilichtmuseum), Friedrich Egger (LIM Holzbau & Vorstandsmitglied proHolz Salzburg), Maximilian Aigner (Landesrat), Rudolf Rosenstatter (Obmann proHolz Salzburg), Peter Fritz (Museumsdirektor). © Franz Neumayr
Der Holzbotschafter ist eine Auszeichnung der Salzburg Forst & Holzwirtschaft für vorbildliches und nachhaltiges Bauen mit Holz. Die Auszeichnung richtet sich an öffentliche Objekte, die beispielhaft im Bauen mit Holz vorangehen. Die Jury besteht aus dem Vorstand der proHolz-Organisation.
„Die Auszeichnung mit dem Holzbotschafter für das Salzburger Freilichtmuseum steht stellvertretend für die Arbeit, mit der das Jahrhunderte alte Bauen mit Holz sichtbar und erlebbar gemacht wird. Andererseits zeigt es, das Holz für Beständigkeit und regionale Wertschöpfung steht. Das Freilichtmuseum ist ein Zeuge dessen, was Holz kann. Dabei ist der Wald und das Holz in Salzburg mit seiner Steuerleistung von über 550 Mio. € ein großer Wirtschaftsbereich und das Freilichtmuseum inspiriert, die Wichtigkeit des bewirtschafteten Waldes für eine klimafitte Zukunft zu begreifen – wir gratulieren herzlich“, so Rudolf Rosenstatter, Obmann proHolz Salzburg.
Bisherige Auszeichnungen
2015 ZIS – Zentrum für inklusive Sonderpädagogik, St. Johann im Pongau
2017 Holztechnikum Neubau & Erweiterung, Kuchl
2020 ÖGK Turm II, Salzburg
2023 Bezirksbauernkammer Hallein
2023 „Lungau Arena“ Sport-, Familien- und Freizeitzentrum, St. Michael
2024 „Wohnen am Sagergut“, Thalgau
2025 Neubau Werkstätten & Pferdebetrieb LFS Winklhof
2026 Salzburger Freilichtmuseum, Großgmain
Quelle: proHolz Salzburg